Helen Frankenthaler hat Glück in ihrem Leben. Eine attraktive Frau ohne Geldsorgen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, einflussreiche Freunde, dazu das Selbstvertrauen, der Welt neue Sichtweisen in der Malerei aufzuzeigen.

1928 in ein wohlhabendes New Yorker Elternhaus geboren, kann sie renommierte Schulen besuchen und ihre künstlerischen Ambitionen durch häufige Reisen in europäischc Museen festigen. Schon mit Anfang 20 arbeitet Helen Frankenthaler im eigenen Atelier in Manhattan, verblüfft 3 Jahre später mit ihrer Soak- Stain -Technik und wird 1951 zur legendären Gruppenausstellung 9th St. of Paintings and Sculpture eingeladen. Wenig später folgt die erste Einzelausstellung in der New Yorker Tibor de Nagy Gallery in New York und Helen Frankenthaler ist in der amerikanischen Kunstszene angekommen.

Zu Beginn der 1950er Jahre entwickelt sich ihre Heimatstadt zur Boomtown des abstrakten Expressionismus mit Namen wie William des Kooning oder Shootingstar Jackson Pollock. Ihre Beziehung zum renommierten Kunstkritiker Clement Greenberg öffnen ihr die Türen zur aktuellen Szene, die mit ihren unkonventionellen Gedanken zur Malerei eine völlig neue Erfahrung für die junge Künstlerin darstellen.

Zu Beginn der 1950er Jahre spürt Helen Frankenthaler, dass neue Ideen auf den Tisch müssen. In einer Ausstellung der New Yorker Betty Parsons Gallery sieht sie die großformatigen Drip-Painting – Gemälde von Jackson Pollock, der seine Leinwände auf dem Boden liegend, bearbeitet. Das dürfte die Initialzündung für ihre berühmt gewordene Soack – Stain-Technik sein. Verdünnter Farbe ihren freien Lauf zu lassen, ist eine Revolution in der modernen Malerei.

Auch sie legt eine großformatige ungrundierte Leinwand auf dem Boden, überlässt die verdünnten Farbe dem Zufall. Ist sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden, dann kommen Bürsten, Schaber und Schwämme zum Einsatz, um der Arbeit Balance und Struktur zu geben.

Mit der 1960er Jahre variiert Helen Frankenthaler ihre Technik und verwendet mehr wasserbasierte Acrylfarbe, die ganz anders als Ölfarbe die Leinwand oftmals durchnässt und das Dielenmuster des Bodens aufnehmen kann.

Ein sehr spannender Aspekt im Schaffen von Helen Frankenthaler ist ihre Anlehnung an renommierte Maler des 15. bis 20.Jahrhunderts. Kein Wunder, bei den häufigen Besuchen in den großen Museen Europas und der USA. .


Die Ausstellung „Helen Frankenthaler“ ist bis zum 23.August im Kunstmuseum Basel zu sehen. Lesenswert ist der schön gemachte Katalog aus dem Deutschen Kunstverlag. www kunstmuseumbasel.ch

