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Das Bild von Aert Pietersz zeigt eine Anatomie – Vorlesung. Mit dem “Goldenen Zeitalter” wird Amsterdam im 17.Jahrhundert zum Nabel […]

Das Bild von Aert Pietersz zeigt eine Anatomie – Vorlesung.

Mit dem “Goldenen Zeitalter”  wird Amsterdam im 17.Jahrhundert zum Nabel der Welt. Begünstigt durch die Ressourcen fremder Länder und den lukrativen Sklavenhandel explodiert das Wachstum der Stadt. Aus einer beschaulichen Ansiedlung an der Amstel wird eine Megacity. Mit dem großen Reichtum seiner Bürger kann die Stadt Kunst und Wissenschaft fördern herrscht eine liberale Einstellung zu anderen Religionen und Gedanken. 

Das Frankfurter Städel im März

Mit der Ausstellung “Rembrandts Amsterdam” hat sich das Frankfurter Städel die Blütezeit der Stadt herausgepickt. Das gilt notabene auch für die Kunst, denn es gehörte zum guten Ton in besseren Häusern die Wände quasi mit Gemälden zu pflastern.  Sehr beliebt war natürlich die Selbstdarstellung als Porträt oder im Kreise Gleichgesinnter. Dazu gehörten die Schützengilden, eine Art Bürgermiliz. Waren die ersten Gruppenbilder eher von statischen Figuren geprägt. wurden die Szenen mit der Ära Rembrandts deutlich entspannter und menschlicher. Das Paradebeispiel für eine gelungene Dramatik ist  “Die Nachtwache” von Rembrandt, dieses Gemälde   hat natürlich das Rijksmuseum in Amsterdam nicht verlassen. 

Rembrandt Die Nachtwache , 1642

Es war ein Glücksfall für das Frankfurter Städel, denn das Amsterdam Museum, die Heimat der Gildenbilder und letztendlich auch der Nachtwachse, ist wegen Renovierung geschlossen. Doch es wurden nicht nur die Show-Offs bekannter Amsterdamer Bürger auf die Leinwand gebannt. Eine wirkliche Avantgarde war die Hinweise des Elends der Unterschicht, dabei wurden jedoch nur jene Personen abgebildet, die sich in leitender Position um die Sozialisierung straffälliger Frauen (Spinhuis) oder Männer (Rasphuis) kümmerten.  

Vorne die Regenten des Rasphuis. Hinten die Regenten des Spinhuis.

Das Frankfurter Städel ist im Besitz zahlreicher Rembrandt-Radierungen, die in dieser Ausstellung sein Interesse an Bedürftigen zeigen. Es sind oftmals Bettler, blind, mit Holzbein. Dazu auch etliche seiner berühmten Selbstbildnisse.  

Aus dem Katalog. Radierungen von Rembrandt

Die Ausstellung “Rembrandts Amsterdam” ist noch bis zum 23.März im Frankfurter Städel zu sehen. Es werden 100 Gemälde, Skulpturen und Druckgrafiken gezeigt.  www.staedelmuseum.de  Zur Ausstellung ist ein lesenswerter Katalog erschienen. www.hirmerverlag.de

Adrian van Nieulamdt - Prozession der Aussätzigen auf dem Sam.
Frankfurt im März

Die aktuelle Ausstellung in der Wiener Heidi Horten Collection fordert heraus. Nicht nur betrachten, sondern die Kunst begehen, riechen, […]

Olafur Elissaon Your uncertain shadow, 2010
Brigitte Kowanz, Light up, 2010.

 

Die  aktuelle Ausstellung in der Wiener Heidi Horten Collection fordert heraus.

Nicht nur betrachten, sondern die Kunst begehen, riechen, hören und sich von Licht verzaubern lassen. Wie die vertrauten Neonröhren von Dan Flavin, die seit 1970er Jahren zu sehen sind. Schon mit der Faszination für den Fortschritt gehörte das Licht als Kunstform zur Avantgarde in den Anfängen des 20.Jahrhunderts. 

Da darf der dänische Allroundkünstler Olafur Eliasson nicht fehlen. Wahre Publikumsmagnete Subdominante seine Installationen wie “Your uncertain shadow”,  Farbige   Halogenlampen werden  auf eine weiße Wand gerichtet und sobald ein Besucher vor die Lampen tritt, entstehen bunte Körperschatten.

Eine rote Neonröhre zeigt den Schriftzug “Light up” über einer roten Lackmasse und ist oftmals kaum zu erkennen. Geschaffen von der Wienerin Brigitte Kowanz, die Licht als zentrales Mittel ihrer Kunst einsetzte.  

John Armleder Domes, 2000

John Armleder lockt mit dem Eintauchen in eine andere Welt. In “Global Domes” rotieren Discokugeln und locken den Besucher durch einen Korridor, umgeben von Lichtreflexen und Bewegung.

Buntes Licht und geometrische Formen sind Ideen der Werbeindustrie und der Künstler macht auch keinen Hehl daraus, sich aus dem Repertoire der Kunst des 20.Jahrhunderts zu bedienen.   

John Armleder 2001

Eine Entdeckung sind die Installationen zur Klangkunst, schon Marcel Duchamp und John Cage versuchten sich an Geräuschen. In der Heidi Horten Collection ist die monumentale “Serpentinata” des Vorarlbergers Bernhard Leitner aufgebaut. Durch den ganzen Raum winden sich Kunststoffschläuche und wer unter der Installation entlang wandert, ist umgeben von  eindrücklichen Klängen, komponiert aus 48 Tonquellen mit Verstärkern. Ein Erlebnis für den ganzen Körper. 

Bernhard Leitner Serpentinata, 2006
Ernesto Neto A candle to Earth, 2015. Aus dem Katalog

Wer kennt schon Geruch als künstlerisches Medium, aber die Nase weckt die Erinnerung an Wohlgefühle oder Ekel. Bei der Arbeit von Ernesto Neto  “A Candle to Earth” wurde Tonschalen mit Nelkenpulver gefüllt , dazu eine Kerze angezündet. Mit der Wärme entfaltet sich der intensive Geruch.  

Faszinierend ist die Idee von Wahrnehmung in “Migratory Sense”. In der Zusammenarbeit mit dem   syrischen Flüchtling Muhammed Aszizi ließ Helga Griffiths die Gerüche seiner Heimat in eine Metallkugel verbringen. Für diese Erfahrung muss der Besucher dicht an das perforierte Objekt herantreten und schnuppern.  

Helga Griffiths - Migratory Sense, 2017

Die Ausstellung in der Heidi Horten Collection ist noch bis zum 23.März zu sehen. Ein elegant gemachter Katalog mit sehr ansprechenden Fotos gibt einen guten Einblick in diese nicht alltägliche Kunstrichtung. www.hortencollection.com

der Katalog zur Ausstellung
Eingang zur Heidi Horten Collection
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