Da ist Susanne Pfeffer ein Schachzug gelungen. Die Direktorin des Frankfurter Museums für Moderne Kunst verblüfft mit Gemälden von Fritz Scholder. Einen Künstler aus dem Südwesten der USA , der bis dato nicht in Deutschland zu sehen war. Adäquat dürftig die Literatur, es gibt keinen Katalog auf dem Markt, aber das kleine Booklet bietet Informationen zum Leben und Bilder des Malers.

Die pralle Farbigkeit in den eher sterilen Räumen des MMK Tower zieht den Besucher wie magisch in diese Ausstellung. Viel weiße Fläche zwischen den einzelnen Gemälden unterstreicht die Ausdruckskraft, die aber eine Interpretation verlangen, da es mit der herkömmlichen Darstellung von Native Americans wenig zu tun hat.

Neben der Farbe begeistert diese Dynamik in seinen Reiterbildern, aber auch eine große Trostlosigkeit, die den Betrachter verwirren und den Finger in die Wunde der gnadenlosen Vertreibung und Ermordung der indigenen Bevölkerung auf dem gesamten Kontinent Amerika.


1937 in Minnesota geboren. liebte Fritz Scholder zu zeichnen und zu malen und kann schon als Schüler seine Arbeiten verkaufen. 1937 in Minnesota geboren, lernt er den Südwesten der USA und die Situation der indigenen Bevölkerung kennen, denn sein Vater arbeitet für das Bureau of Indian Affairs. Es folgt das Studium an Sacramento University bei Wayne Thiebaud und 1960 mit einem Stipendium der Rockefeller Foundation macht er seinen Master an der University of Arizona. 2007 in Scottsdale gestorben, gilt er als prägende Figur innerhalb der zeitgenössischen indianischen Kunst

Fritz Scholder zeigt eine große Souveränität mit dem komplexen Thema Native Indians in den USA. Sicherlich haben seine Reisen und Aufenthalte in Europa zu Beginn der 1970er Jahre beigetragen, diesem Sujet auch eine humorvolle Seite abzugewinnen. Sei es der Häuptling mit dem Eiffelturm im Hintergrund oder der Klassiker mit dem Kanu, farblich grandios gelungen mit viel fetten Grün und leuchtendem Orange.

Doch es ist keine charmante Ausstellung, denn die Problematik des Alkoholismus oder die Vernichtung ihrer Ressourcen wie die riesigen Büffelherden, die sinnlos abgeknallt wurden, rufen doch die Realität auf den Plan.

Krass sind die Gemälde seiner Monster Indians, die dem Besucher gleich am Eingang zur Ausstellung begegnen. Nur mehr schemenhafte Gesichtszüge, als wäre mit man mit einer Walze rübergefahren. Nicht zu vergessen das Massaker Wounded Knee, wo 1890 die Armee 150 unbewaffnete Sioux abgeschlachtet haben. Fritz Scholder zeigt nur die Kadaver am unteren Abschnitt des Gemäldes. So intensiv wie in dieser Ausstellung im MMK Tower hat das Thema Native Indians bisher nicht erlebt und niemand kann unbeteiligt bleiben.


Die Ausstellung „Fritz Scholder“ ist noch bis zum 25.Oktober im MMK Tower zu sehen. www.mmk.art