White Cube in Perfektion. Fast hätte man vergessen, welch gewaltige Abmessungen die Räume in der Münchner Pinakothek der Moderne haben können. Ideal für einen Ausstellung über das Erlebnis von Raum, im eigenen Haus und mit eigenen Werken.

Es beginnt mit einem Aplomp – Dan Flavin und seine Installation im giftgrünen Neonlicht, die den gewaltigen Raum so selbstverständlich teilt. Eine völlig neue Rezeption von Raum, befeuert aus 3 Reihen Neonröhren aus dem Baumarkt. „Untitled“ ist dem legendären Galeristen Heiner Friedrich gewidmet.

Und hinzu gesellen sich die bekannten Stahlquadrate von Carl Andre, ebenfalls Baumarkt-Qualität, und als „Stack“ die Kästen aus Edelstahl mit buntem Plexiglas, Aushängeschild von Donald Judd.


Es waren die Künstler der Minimal Art, den den Raum für ihre Arbeiten ins Kalkül ziehen und den Betrachter integrieren. Besonders eindrucksvoll die Arbeit von Fred Sandback und seine, für die Pinakothek konzipierte „Mikado study for the Pinakothek der Moderne“. Dabei spannt sich feines schwarzes Acrylgarn über den Raum und empfängt den Besucher als Teil dieser Installation.


Auch in der Malerei wird die klassische Leinwand in Frage gestellt. Lucio Fontana perforierte Ende der 1940er Jahre seine monochromen Gemälde mit großen Schnitten oder Löchern, seine „Concetti Speziali“ verändern den Raum mit ihrer Dreidimensionalität. Josef Albers sucht dagegen die Räumlichkeit in den Farbabstufungen.



Die Ausstellung „Between and Beyond“ ist bis zum 29. August in der Pinakothek der Moderne sehen. Es sind die Säle 21-26 und danach könnte ein Liegestuhl auf der Wiese locken. www.pinakothek,de
