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Zerreißprobe – Kunst nach 1945 in der Neuen Nationalgalerie

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Es ist ein Wiedersehen mit der Kunst nach 1945, wo die sechziger und siebziger Jahre als besonders wegweisend gelten. Und ein großes Glück, dass die Berliner Neue Nationalgalerie  auf viele Ikonen dieser Epoche zugreifen kann.

Barnett Newman – wer hat Angst vor Rot, Gelb und Blau. 1969.

Der Besucher kann sich testen und in Feld treten, um die Wirkung des gewaltigen Bildes zu spüren. Nicht wenige Menschen fühlen sich sehr unwohl vor dieser Ikone des abstrakten Expressionismus.

Es waren die Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg, die Wahrheiten über den Mord an Millionen Juden und der beginnende Kalte Krieg , der viele Künstler zum Bruch mit der bisherigen Vorstellungen von  Kunst animierte. Alle wollten einen Neuanfang, suchten andere Medien als Pinsel und Leinwand, versuchten sich an bisher unbekannten künstlerischen Strategien.

Günther Brus – Zerreissprobe, 1970   Foto Klaus Eschen

Als krass gelten bis heute die Arbeiten der Wiener Aktionisten in den 1970er Jahren, darunter die Performance von Günter Brus, der mit “Zerreißprobe ” auch den Titel der neuen Sammlungspräsentation stellt. Der Steiermärker gilt als Erfinder der Body Art, 1964 die erste Körperbemalung und der Abschluss war 1970 die Zerreißprobe mit provokanten Verletzungen.

Francis Bacon – Porträt von Isabel Rawthorne in einer Straße von Soho stehend.  Foto Jörg Anders

Auch die Gemälde des irischen Maler Francis zerrten an den Nerven der Betrachter, doch er  wurde weltberühmt mit seinen verzerrten Körpern, die Gesichter oftmals bis zur Unkenntlichkeit verformt.

Cornelia Schleime – Bondage- Selbstinszenierung 1982

In Berlin geboren und lange in Dresden gelebt, wurden das Schaffen der damals jungen DDR -Künstlerin als Müll deklariert. Sie litt unter dem Eingesperrten, dem grauen Alltag in Ostdeutschland und das zeigt sich in Arbeiten mit der Plastiktüte und die Fesselungen mit dem Seil.

Wolfgang Mattheuer – Brasker Landschaft 1967

Mit der Zusammenlegung der Nationalgalerien hängen nun Bilder aus BRD und DDR zwanglos nebeneinander, was die Betrachtung viel entspannter gestaltet.

Willi Sitte – Leuna 1969

Natürlich darf der Düsseldorfer Günther Uecker nicht fehlen, seine Nagelbilder sind einfach großartig.

Nagelpilze von Günther Uecker
die Capri- Batterie von Joseph Beuys

Entstanden während eines Aufenthaltes auf der Insel Capri 1985 in einer aufläge von 200. 2020 wurde ein Exemplar gestohlen und nach Tansania gebracht, um auf die Thematik der Raubkunst aufmerksam zu machen.

Mark Rothko – 1961 Rot No. 5

Noch ein Klassiker der Kunst nach 1945 sind natürlich die Farbfelder von Mark Rothko.

Der Katalog zur Ausstellung, erschienen im Leipziger Seemann Verlag.  www.seemann-henschel.de

Diese Sammlungspräsentation ist bis zum 25. September 2025 in der Neuen Nationalgalerie zu sehen. www.smb.museum.de

Berlin im Januar

 

Edvard Munch
Der Tod ist pechschwarz, aber die Farben sind hell. Als Maler muss man mit Lichtstrahlen arbeiten.
Edvard Munch
Der Tod ist pechschwarz, aber die Farben sind hell. Als Maler muss man mit Lichtstrahlen arbeiten.
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