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Theaterfotografie in der Weimarer Zeit

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Auch für die Theaterfotografie war die Zeit der Weimarer Republik eine Ära des Aufbruchs und großer Offenheit, die dann in den tödlichen Schlingen des Dritten Reichs versank. Das Deutsche Theatermuseum zeigt die Arbeiten von drei Protagonistinnen.  Perfekt versetzt in der Frankfurter Kulturlandschaft waren die beiden Schwester Nini und Carry Hess, während in München Gertrude Fuld zur begehrten Fotografin von Theaterdarstellern  und notabene der Gesellschaft wurde.

die erste Leica 1931

Perfekt vernetzt in der Frankfurter Kulturlandschaft waren die beiden Schwester Nini und Carry Hess, während in München Gertrude Fuld zur begehrten Fotografin von Theaterdarstellern  und notabene der Gesellschaft wurde. Sie verstanden es, ihre Ateliers zu chicen Mittelpunkten zu machen, man traf sich in der Frankfurter Börsenstraße und in der Schwabinger Franz-Joseph- Straße.

Heinz Rühmann, 1932   Foto Gertrude Fehr-Fuld VG Bild-Kunst

In Mainz geboren, studierte Gertrude Fuld  bei Eduard Wasow in München und galt ab 1928 als renommierte Theaterfotografin. Mit den guten Kontakten zur Intendantenfamilie Falckenberg kamen ersten Aufträge von den Kammerspielen, dem damaligen Avantgardetheater in München.

Dreigroschenoper 1929   Foto Gertrude Fuld VG Bild Kunst

Auch die Schwestern Hess halfen die Beziehungen zur kulturellen Szene der Stadt Frankfurt und schon vor dem Ersten  Weltkrieg gehörte ihre Adresse zu den besten Studios in Deutschland. Ihre Shootings prägten das selbstbewusste  “Gesicht der Neuen Frau”, die natürlich mit Abzügen prominenter Schauspielerinnen ein großes Interesse erfuhr. In den 1920er Jahren kam es zur  Zusammenarbeit mit dem Berliner Verlagshaus Ullstein, das zahlreiche Magazine herausgab und so wurden die beiden Schwestern in ganz Deutschland bekannt.

Aus dem Katalog des Hirmer Verlages – Foto Nini + Carry Hess, Beilage der Frankfurter Zeitung 1928.  Deutsche Nationalbibliothek

In den 1920er Jahren kam es zur  Zusammenarbeit mit dem Berliner Verlagshaus Ullstein, wo zahlreiche Gesellschaftsmagazine erschienen und so wurden die beiden Schwestern in ganz Deutschland bekannt.

Helene Mayer, 1928 Florettfechterin,  Foto Nini+ Carry Hess, ullstein bild collection

Doch der Erfolg konnte die Fotografinnen nicht vor den Abgründen des Dritten Reichs retten. Gertrude Fuld floh mit ihren Mann Julius Fehr nach Paris und konnte dort eine Fotoschule gründen. Mit dem  Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte der Weg in die Westschweiz und wieder sicherte eine Fotoschule das Überleben. 1996 stirbt Gertrude Fuld-Fehr in Montreux, im Alter von 101 Jahren.

Dorothea Wieck Foto Gertrude Fuld.   VG Bild Kunst

Das Schicksal der Frankfurter Schwestern war weit tragischer. Ihr Atelier wurde von den Nazis völlig zerstört, aber Nini blieb in der Stadt, wurde  deportiert und ist wahrscheinlich in der Gaskammer von Auschwitz umgekommen. Carry konnte 1933 nach Paris entkommen, überlebte das Internierungslager und starb 1957 in der Schweiz. Ihre letzte Kraft gehörte den Wiedergutmachungsansprüchen.

Mary Wigman in “Die Tänze der Nacht”, 1921.   Foto: Nini + Carry Hess. Akademie der Künste Berlin

Die Ausstellung im Deutschen Theatermuseum ist bis zum 8. März zu sehen. www.deutschestheatermuseum.de  Ein sehr informativer Katalog ist im Hirmer Verlag München erschienen. www.hirmerverlag.de 

Rückseite des Katalogs

 

 

Edvard Munch
Der Tod ist pechschwarz, aber die Farben sind hell. Als Maler muss man mit Lichtstrahlen arbeiten.
Edvard Munch
Der Tod ist pechschwarz, aber die Farben sind hell. Als Maler muss man mit Lichtstrahlen arbeiten.
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