Georg Baselitz – Schaffenskraft ohne Ende

Sein Tod mit 88 Jahren wirbelt als Eilmeldung durch die Medien. Erinnerung an „Die große Nacht im Eimer“ 1963, das beschlagnahmt wird oder seine „Helden“ zornverwischte Selbstporträts. Immer scheint diese Kraft quasi aus dem Bild zu springen.

Im Salzburger Museum der Moderne ist jetzt sein Spätwerk zu sehen. Diese großformatigen Werke der letzten zehn Jahre können den Betrachter nur verblüffen. Aus der plumpen Wucht ist eine feinere Kraft geworden, dazu der charmante Einfall von Nylons, man muss sich auf die eleganten Polstern niederlassen. Vor 20 Jahren beginnt er seine Meisterwerke in einer Art Remix-Serie zu wiederholen, diesmal leichter aber mit der gleichen Furore wie seine einstigen „Helden“, tumbe, bis ins Mark verletzte Männergestalten, die durch dem Matsch stampfen.

Schon immer strahlen die Arbeiten von Georg Baselitz diese Mischung aus malerischer Kompromisslosigkeit, oftmals mit brutalem Sujet und dahinter versteckt sich eine hohe Verletzlichkeit.

Nun punktet die Ausstellung auf dem Salzburger Mönchsberg mit dem zauberhaften Detail von Damenstrümpfen, allen voran der berühmte Adler auf dem Kopf stehend und seine Beine in Damenstrümpfen.

Georg Baselitz, 1938 im sächsischen Deutschbaselitz geboren, wird durch das Kriegsende. die Teilung Deutschlands und das DDR -Regime geprägt. Von der Hochschule in Berlin Weißensee verwiesen, geht 1957 nach Westberlin. 1975 kauft er das Schloss Derneburg in der Nähe von Göttingen und seine internationale Karriere beginnt. es entstehen seine gewaltigen Skulpturen.  2006 verkauft er das Anwesen an die amerikanische Hall Foundation und lebt ab 2013 in Salzburg.

Die Ausstellung – Baselitz jetzt– ist im Museum der Moderne Salzburg bis zum 18.Oktober zu sehen.  Zur Ausstellung gibt es einen Katalog.  www.museumdermoderne.at 

 

Immer gut – das Restaurant M32 im Museum der Moderne

Man sollte noch einen Sprung in der Villa Kast am Mirabellplatz machen und vielleicht hängt dort auch ein Baselitz. Ein Besuch in der eleganten Galerie von Thaddaeus Ropac lohnt sich immer. www.ropac.net   

 

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