Ein Festtag für die Sinne sind die Stunden im herbstlichen Park von Schloss Derneburg. Der Mittelpunkt, ein ehemaliges Augustiner Chorherrenstift aus dem 13.Jahrhundert in einer eher herben Landschaft südlich von Hannover. Für die Kunst ein idealer Ort, denn kraftvolle Arbeiten verlangen nach einem starken Umgebung. Einst im Besitz der Grafen zu Münster kaufte Georg Baselitz 1975 das Anwesen für 300 000 Mark. Der Preis ein Zeichen, wie weit die Anlage schon heruntergekommen war, ohnehin bewohnte Baselitz mit seiner Familie nur einen kleinen Teil.

2006, im Zuge des Verkaufs seiner Sammlung hat Baselitz dem amerikanischen Kunstsammler – Ehepaar Hall auch das gesamte Anwesen veräußert, das nun über Jahre aufwendig saniert wird.

2025 kann das Schlossmuseum Derneburg eröffnet, bis 2027 sollen weitere 10 000qm2 für zusätzliche Ausstellungen zur Verfügung stehen.

Der Skulpturengarten ist eine perfekte Zwiesprache von zeitgenössischer Kunst und niedersächsischer Landschaft.






Das ehemalige Atelier von Georg Baselitz mitten im Park wird schon 2023 Inland gesetzt und gibt einen guten Einblick in sein Schaffen auf Leinwand und Papier. Neu hinzu gekommen ist die ehemalige Druckerwerkstatt im Kellergeschoss, wo heute die Druckgrafiken zu sehen sind.

Dort sind seit Mai diesem Jahres 70 Druckgrafiken und Radierungen ausgestellt, entstanden zwischen 1964 und 2008. Die Serie „Zeit für neue Helden“ zeigt die große Meisterschaft von Georg Baselitz. Viele dieser Arbeiten lassen sich auch als großformatige Ölgemälde wiederfinden. Faszinierend, seine großartige Zeichenkunst.


Das Schlossmuseum Derneburg und sein Skulpturengarten sind noch bis zum 31. Oktober geöffnet, dann beginnt die Winterpause. Noch als Highlight am letzten Wochenende wird das neugestaltete Fenster von Markus Lüpertz im historischen Eingangsbereich vorgestellt und kann ohne Führung besichtigt werden. www.hallartfoundation.org
