Das Gesicht von Donald Trump auf einer Marlboro dürfte jedem Besucher der aktuellen Ausstellung im Gedächtnis bleiben. 2016 von Antony Micallef bemalt, sauste seine Zigarettenschachtel viral um die Welt.

Seit 2000 ist der Brite in der internationalen Kunstszene präsent, 1975 in Südwestengland geboren, lebt und arbeitet Tony Micallef heute in London.
Besonders die Präsentation 2008 in der renommierten Londoner Royal Academy of Arts bringt ihm viel Aufmerksamkeit. Nun ist er im MUCA München mit 50 Arbeiten in einer Einzelausstellung zu erleben.

Es ist seine erste Einzelausstellung in Deutschland. Dabei sind seine Ölbilder ganz in der Tradition der London School gehalten, eine fette Materialität scheint die Leinwand beinahe zu überfordern. 
Video aus der Ausstellung


Ganz anders sind die eleganten Aluplatten, das Sujet mit breiten Pinseln dargestellt.

Trial by Water bezieht sich auf Hexenprozesse im 17. Jahrhundert. Eine Zeit, wo Angst und Aberglaube zu schrecklichen Taten führt. Damals ist die Suche nach dem Schuldigen eine Wasserprobe, wo man die Angeklagten fesselte und ins Wasser warf. Wer es nach oben schaffte, war schuldig und wurde verbannt und die anderen sind ohnehin ertrunken.

Im MUCA entstanden ist „The future is stupid“. Antony Micallef beschäftigt sich sehr mit der zunehmenden Desorientierung der Gesellschaft. Die Sujets stammen aus dem Internet mit seinen Nachrichtenbildern und werden auf Aluplatten vorgestellt, eine bewusste Abkehr von der klassischen Ölmalerei auf Leinwand.

Die Bilder sind aus ihren ursprünglichen Zusammenhang gerissen, stammen aus dem Internet mit seinen Nachrichtenbildern. Die Motive der Männer mit ihren scharfen Hunden wirken furchterregend.


Für die Welttournee 2023 des britischen Songwriters Peter Gabriel lieferte Antony Micallef visuelle Inhalte und Animationen. In der Ausstellung sieht man das Video mit dem Song „Love can heal“.

2026 feiert das MUCA sein zehnjähriges Bestehen. Das etwas versteckt gelegene Museum, ein ehemaliges Umspannwerk mit einen Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, wurde 2016 von dem Sammlerehepaar Stefanie und Christian Utz gegründet. Es ist das erste Museum, das Street Art und zeitgenössische Kunst in einem Kontext präsentiert.

Heute umfasst die MUCA Sammlung über 1200 Kunstwerke, über 25 Jahre erworben, und gehört zu den wichtigen Sammlungen in Europa. Vor wenigen Monaten wurde der Keller für Werke aus der Sammlung reserviert und mann viele berühmte Namen kennenlernen.


