Queerness damals und heute – Kunstmuseum Basel

Das Kunstmuseum Basel liebt die Nische und die letzte Ausstellung „Geister“ hat es erfolgreich bewiesen. Mehr als 77 000 Besucher ließen sich in die Welt des Mythischen entführen.

Nun ist „The First Homosexuels“ eröffnet und auch hier wird ein unbekannter Aspekt gezeigt. Es gibt wahrhaft kein Mangel an Ausstellungen und Events zu Queerness,  aber das Kunstmuseum widmet sich den Anfängen der Sichtbarmachung. Schon immer sind Gemälde und Fotos in privaten Kabinetten zu finden,  die nie aber den Weg in die Öffentlichkeit finden. Um 1869 taucht der Begriff „homosexuell“ zum ersten Mal im deutschen Sprachraum auf.

Da ist zum Beispiel «La Blanchisseuse», ein Gemälde des Franzosen Pascal Dagnan-Bouveret von 1879. Zu sehen ist ein Männerpaar, das Arm in Arm spazieren geht. Titelgebend ist hier aber nicht das Paar, sondern eine Frau auf einer Parkbank, mit einem Korb und einem Kleiderbündel auf dem Schoss.

Natürlich dürfen badende Jünglinge in der homoerotische Szene nicht fehlen

Die lesbische Liebe wird im Gegensatz sehr viel diskreter dargestellt und läuft eigentlich unter der Überschrift Freundinnen.  Die Welt will es nicht wissen, dabei gibt es  viele in der Kunstszene, die es zu Ansehen gebracht haben wie die legendäre Sammlerin Gertrude Stein, die Malerin Ottilie von Roederstein, die Dichterin Sarah Bernhardt

Das Gemälde «Sarah Bernhardt et Louise Abbéma au lac du Bois de Boulogne» zeigt die Künstlerin mit ihrer Partnerin. (1883)
Das wohl bekannteste Bild in der Ausstellung ist Marianne von Werefkin “ Der Tänzer Sararoff „, 1909.

Die Ausstellung “ the First Homosexuals, die Entstehung neuer Identitäten 1869 -1939″ ist bis zum 2. August 2026 im Kunstmuseum Basel zu sehen. Zur Information gibt es ein Booklet und einen üppigen Katalog

Aus dem Katalog – alle Fotos von Florence Henri, ca. 1932.

Marc Bauer – Fear Rage Desiree, Still Standing

Das Kunstmuseum Basel belässt es nicht bei den Anfängen, sondern im Zwischengang sind großformatige Arbeiten von Marc Bauer zu sehen.  Der vielfach ausgezeichnete Schweizer Künstler mit Ausstellungen in renommierten Museen möchte die quere Szene in die Normalität bringen, motiviert durch eigene Erfahrung im Elternhaus und der aktuelle Szene in den USA, wo Queerness wieder in der Schmuddelecke verschwinden soll.2023, mit einer Einladung  des Menil Drawing Institutes in Houston kann Marc Bauer 2023  „Resilience“ vorstellen. 2024 folgt eine Überarbeitung.  Wichtige Schritte seiner internationalen Karriere,  sich der queeren Szene mit ausdrucksstarken Zeichnungen, Fotografien und Videos zu widmen. Oftmals steht Gewalt im Vordergrund.

Dabei interpretiert er oftmals Sujets aus dem Internet, liest wissenschaftliche Texte und wird in Archiven fündig. Das Ergebnis sind oftmals krasse Bildwelten mit großer Anziehungskraft.

Die Gemälde von Marc Bauer entstehen direkt auf  den Wänden des Museums und werden nach einer gewissen Zeit verändert oder zerstört. Die Besucher sind als Zuschauer eingeladen, den Prozess einer Überarbeitung zu verfolgen. Dabei untermalt ein Soundtrack der Berliner Künstlern Sin Maldita und Philipp Hülsenbeck dieses Ausstellung und lässt daraus eine multimediale ‚Installation entstehen.

Die Ausstellung Marc Bauer – Fear Rage Desiree, Still Standing ist bis zum 2.Mai 2027 im Neubau des Kunstmuseums Basel zu sehen.

 

 

 

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