Charmaine Poh – sanfte Aktivistin im Palais Populaire

Ihre Themen sind ernst, aber Charmaine Poh schafft mit ihren Videos ein gradezu meditatives Ambiente. Noch gerade noch auf Berlins Boulevards im eisigem Wind entlang gestürmt, legt sich mit dem Eintritt in die Ausstellung eine wohltuende Entspannung wie ein Seidenschal auf die Sinne.

zur Ausstellung im Palais Populaire

Eine Architektur mit Teppichboden, weichen Kissen, Fadenvorhängen und viel blaues Licht empfängt den Besucher, besser kann man sich nicht auf die Arbeiten der Künstlerin einstimmen. Besonders der zentrale Raum mit der 3-Kanal Videoinstallation, wo der Besucher auf einer Bank Platz nimmt, aber sich drehen muss, um den beiden anderen Videos zu folgen.

Es werden drei  Geschichten erzählt, von der Meeresgöttin Mazu, die im gesamten südchinesischen Region verehrt wird. Von Frauen, zu den tausenden aus der chinesischen Guadong-Region nach Singapur kamen, um im Haushalt zu arbeiten. Und die heutige Situation, wo Putzhilfen und Kindermädchen aus Indonesien ihren Lebensunterhalt in Singapur suchen.  Charmaine Poh gibt Ihnen eine Stimme und zeigt, dass auch in der Diaspora eine sehr enge Verbindung zu ihren Familien besteht,

Eigens für diese Ausstellung im Palais Populäre wurde die Videoarbeit „the Moon is wet“ konzipiert. Faszinierend schön und sehr eindringlich zeigen sich die Probleme der Finanzmetropole Singapur, die ohne weltweiten Handel nicht überleben kann und ihre Ressourcen ans Limit bringt. Der steigende Wasserbedarf und die wachsenden Stadt bedrohen die Mangrovenwälder in der Peripherie, die für die Ökologie dieser Region unerlässlich sind.

Charmaine Poh, 1990 in Singapur geboren, ist 2025  zum „Artist of the Year“ der Deutschen Bank ausgewählt worden. Sie hat in Berlin studiert, lebt in Singapur und Berlin.

Charmaine Poh erzählt von ihrer Jugend als Fernsehstar.

„Make a Travel of your inside deep and don’t forget me to take“ ist der Titel in holprigem Englisch ihrer ersten Einzelausstellung und ein Art Auffangbecken ihrer zahlreichen Themen wie Ökologie, Resilienz, Leben als queere Person.

Fadenvorhänge trennen die Räume. Immer gibt es Details, die diese Ausstellung wunderbar machen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 23, Februar im Berliner Palais Populaire zu sehen. www.palaispopulaire.db.com   Zur Ausstellung gibt es einen sehr schönen Katalog, erschienen im Kerber Verlag.

Der Katalog aus dem Kerber Verlag

Auch im München, in der Behncke Gallery war Charmaine Poh mit sechs Videostills zu sehen.  www.behncke-gallery.com   

In der Behncke-Gallery mit Charmaine Poh

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