Midnight Zone – Julian Charrière

Seit etlichen  Jahren ist Julian Charrière in Galerien und Museen eigentlich omnipräsent.  Die ersten Werken werden 2011 in der Berliner Galerie Dittrich & Schlechtriem und 2015 in der Galerie Tschudi im Engadiner Zuoz ausgestellt.  Heute bewerben sich zahllose namhafte Museen um seine Arbeiten und seit  Mitte März ist „Midnight Zone“  die mit 48 Arbeiten bisher größte Einzelausstellung des Schweizers, im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen.

Kunstmuseum Wolfsburg Mitte März

Julian Charrière wird 1987 in Morges im Kanton Waadt geboren und schon als Teenager hat er sich das unkonventionelle Berlin als „seine  Stadt“ ausgesucht. Er studiert an der Akademie der Schönen Künste, zunächst bei der Konzeptkünstlerin Christiane Möbus. Dann bekommt er einen Platz bei Olafur Eliasson in seinem Institut für Raumexperimente,  der heute sehr bekannte Julius von Bismarck ist sein Kommilitone. Bei dem isländischen Allroundkünstler lernt man einen viel weiteren Begriff von Kunst kennen, und im Mittelpunkt steht oftmals die Natur.

Bei Charrière wird die alte Liebe für die Natur wird geweckt, da er ähnlich wie Eliasson in einer markanten Landschaft aufgewachsen ist. Bei der aktuellen Ausstellung „Midnight Zone“ geht um die tiefsten Tiefen des Ozeans.  Seine Liebe zum Tauchen und die Suche nach einer Umgebung, die jenseits menschlicher Erfahrung liegt. Dazu gehört die  „Midnight-Zone“,  der absolut lichtfreie Bereich in einer Meerestiefe ab 1000 Metern.  Dort wo ein tiefes Blau in die absolute Dunkelheit übergeht,  lässt sich aber nur mit einer Hilfe einer Fesnellinse erleben.

Eigens für die Ausstellung in Wolfsburg wird en achteckiger Glaskubus installiert, um  das Erlebnis für den Besucher darzustellen. In seinem Zentrum dreht sich eine Laterne mit einer Fresnellinse

Dabei kann man der Politik nicht ausweichen, denn die Habgier hat längst die größten Tiefen des Meeres erreicht. Bisher gilt der Klimawandel für die Erdoberfläche, aber mit dem Reichtum an polymetallischen Knollen scharren die Industriestaaten schon lange mit den Füßen.

Manganknollen wie geschaffen für Autobatterien

Ein Warenautomat zeigt fossilisierte Ammoniten, das sind urzeitliche Wesen, die über Millionen von Jahren zu Stein verdichtet wurden. Lädt ein zum Konsum und sollte eine Warnung sein, die Tiefsee auszubeuten.

Spiral Economy 2025

Faszinierend in ihrem schimmernden Braunschwarz ist die Arbeit „Coalface“ Anthrazitkohle zu einem Spiegel poliert. Die Kohle, einst ein Hoffnungsträger für eine glänzende Zukunft,. heute schon faktisch ein No go. Mit der Lampe wird ein Spannungsfeld von Brennstoff und Verbrennung geschaffen.

Coalface

the Blue Fossil Entropic Stories  2013 reist Julian Charriere nach Island und klettert auf einen Eisberg. Während 8 Stunden versucht er mit einer Gasflamme den Eisberg zum Schmelzen zu bringen. Es zeigt den Versuch des Menschen gegen die übermächtige Natur.

The Blue Fassil Entropic

 

and beneath it all flows liquid fire., 2019

 

 

 

Die Ausstellung „Midnight Zone “ ist bis zum 12. Juli im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen. Sehr informativ zu diesen komplexen Themen ist ein eleganter Katalog, darunter auch ein Interview zwischen den Künstler Julian Charrière und den beiden Direktoren Andreas Beitlin (Kunstmuseum Wolfsburg) und Roland Wetzel (Tinguely Museum). www.kunstmuseum.de  

 

 

 

 

 

 

 

Speziell für die Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg wird ein begehbarer achteckiger Glaskubus geschaffen, in dessen Zentrum sich eine Laterne mit einer . Fresnellinse dreht.

 

Viele seiner Werke sind Ergebnisse verschiedener Expeditionen rund um die Welt, bei denen er sich auf Orte konzentriert, die besonders von der Menschheit und ihrer zerstörerischen Kraft in Mitleidenschaft gezogen wurden oder werden.[11] Zu den von Charrière besuchten Orten gehören beispielsweise das Semipalatinsk-Testgelände, und sein amerikanisches Pendant, das Bikini-Atoll auf den Marshallinseln.[12][13] Auf den beiden Reisen entstanden eine Reihe von Fotografien, die die desolaten Überreste der Orte dokumentieren. Einer seiner technischen Ansätze war dabei die fotografische Entwicklung auf analogem Film, der mit nuklearem Material belichtet wurde. Da

 

 

seinem Werk Metamorphism[8] interpretierte der Künstler diese Idee neu, indem er Elektroschrott mit künstlicher Lava verschmolzen und in scheinbar natürlich entstandene Felsen gegossen hat. Die technologischen Geräte kehren so im Wesentlichen zu den Rohstoffen zurück, aus denen sie einst hergestellt wurden.[9] Dieses Projekt ist eine von mehreren skulpturalen Serien, in denen Charrière sowohl natürliche als auch von Menschenhand geschaffene Materialien verwendete, um einen physischen Kommentar zur zunehmend digitalisierten Welt zu schaffen.

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