Der junge Inn als Kraftort – bei der Fahrt durchs Unterengadin fällt der Blick immer wieder auf den Fluss. Wenn man bei Nairs hinunterfährt zum Areal des ehemaligen Grandhotels, zeigt sich der Inn quasi auf Augenhöhe.

Einst stand das Grandhotel Kurhaus Tarasp, erbaut 1913, im Mittelpunkt und heute ist es das Badehaus. Dort ist seit 2005 die Fundaziun Nairs untergebracht. Die Stiftung organisiert neben Wechselausstellungen auch mehrmonatige Artists-in – Residence. Dabei wird sehr auf einen Dialog verschiedner Kunstarten geachtet.


Seit dem 2. August die Ausstellung von Lika Nüssli im Obergeschoss des Badehauses zu sehen. Die Stipendiatin, geboren in St.Gallen, war 2022 in Nairs und zeigt in ihrer Performance eine enge Verbindung zum Inn und seiner Landschaft. Am frühen Morgen besprühte sie Bettlaken aus dem nahen Hotel Scuol Palace mit Wasserfarbe und hängte sie zum Trocknen über eine Leine Auch die bunte Kleidung der Künstlerin entsteht auf die selbe Weise.

Zu Beginn der Prozedur wurden die Laken aus dem Brokenhaus Scuol in den Inn getaucht, denn Lika Nüssli glaubt, dass das Flusswasser die einzigartige Farbigkeit und die ungewöhnlichen Muster unterstütze. Hinzu kommt der Aspekt, dass die wasserlösliche Farbe mit jedem Tropfen Wasser verändert werde.



Die gelb eingerahmten Tuschzeichnungen stammen aus der Serie „Meditations Nairs“, 2022, entstanden jeweils nach dem Aufwachen im Atelier. Inspiriert von nächtliche Träumen und Gedanken der letzten Nacht.

Die Ausstellung ist bis zum 29.November in der Fundaziun Nairs zu sehen. www.nairs.ch
Das Video „Beschwörung im Morgentau“ ist der Mittelpunkt der Ausstellung von Lika Nüssli, während ihrer viermonatigen Residenz realisiert.