Sie könnten sich begegnet sein, die heute schon legendäre Marina Abramovic mit weltweiten Ausstellungen und Edita Schubert, eine späte Entdeckung. Beide studierten an der Akademie der schönen Künste in Zagreb, nur ein Jahr getrennt. Sehr kreativ und ehrgeizig konnte Edita 1983 Kroatien auf der Biennale in Venedig und Sydney vertreten. Gehörte aber zu den vielen Frauen, die erst in den letzten 10 Jahren in der Öffentlichkeit erscheinen.

Das Muzeum Susch im Unterengadin, unweit von Scuols, zeigt die erste Retrospektive von Edita Schubert und es ist wie immer bei Ausstellungen in Susch, eine grandiose Entdeckung.
1947 in Slawonien geboren, einer Region im Osten Kroatiens, beginnt sie 1971 nach ihrem Diplom mit der Realisierung ihrer künstlerischen Ideen, doch immer arbeitet sie als Graphikerin im anatomischen Institut von Zagreb.

Das übergroße Gemälde ist die Treppe zu ihrem Studio im Institut, genauso wie „doorway“ , gemalt auf Leinwand und an Fäden aufgehängt, stammt aus dem Umfeld ihrer Arbeit.


Im Muzeum Susch kann man Künstlerinnen aus Mittel- und Osteuropa kennen lernen und ist immer verblüfft, mit welcher kreativen Kraft großartige Werke geschaffen werden und die zeitgenössische Szene auf spannende Weise bereichern.

Das Haus von Albrecht Dürer als multiple zeigt die kreative und unbekümmerte Art, aus vielen Dingen ein Kunstwerk zu machen. Es lebe Marcel Duchamp.

Die Ausstellung ist bis zum 24. Mai 2026 zu sehen, ein Katalog in englischer Sprache ist im Hatje Canz Verlag erschienen.