Nichts als Blau, Grün und Braun und jedes Gemälde eine Faszination. Es ist eine immerwährende Begeisterung, schon viele Male gesehen, haben die Gemälde von Paul Cézanne nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Die Fondation Beyeler macht uns das Geschenk, 80 Arbeiten aus seinem fulminanten Spätwerk zu zeigen.

1839 in Aix en Provence geboren, geht Paul Cezanne einen holprigen Weg der mangelnden Anerkennung, um schließlich als viel bewunderter Maler in die Kunstgeschichte einzugehen. Mit dem Tod seines Vaters, der ihn immer unterstützte, muss sich Cezanne nun keine Gedanken über sein Auskommen machen. Mitte der 1880er Jahre kehrt er in seine „Provence“ zurück und lockt mit seinen Gemälden jedes Jahr abertausende von Besuchern in seine Heimat.

58 Ölgemälde und 21 Aquarelle bieten ein einmaliges Erlebnis und dürften wahrscheinlich auf diese Wiese nie mehr gezeigt werden. Seien es die rar ausgestellten Kartenspieler oder 14 seiner berühmten Stilleben mit Früchten.
Dabei spielen die Motive eine untergeordnete Rolle, es sind die Emotionen, die seine Bilder auslösen. Mit dicken Pinselstrichen kommt die Farbe auf die Leinwand und man schaut auf unzählige Schattierungen von Grün, Blau und Braun. Dabei erinnert das Ocker an die Gegend von Roussillon, wo die Erde abgebaut und als Pigment verkauft wurde.

Es sind die Landschaften, die in seinem Spätwerk noch intensiver ansprechen und in unserer Zeit der Hektik mit ihrer unfassbaren Stille und Harmonie wie ein Magnet für die Augen wirken.

Cezanne hatte eigentlich nur wenige Motive, aber an diesen Themen hat er sich abgerackert und oftmals über Monate an ihrer Ausdruckskraft gefeilt. Man denke nur an seinen Montagne Sainte Victoire, quasi der Hausberg von Aix en Provence, und heute weltbekannt. Zwischen 1880 und seinem Tod 1906 malte er 30 Versionen, in der Ausstellung sind sieben Ölgemälde und etliche Aquarelle zu s,ehen.

Immer bleibt Cezanne seiner Idee treu, Stimmungen zu erzeugen und legt auf Anatomie und Proportion oftmals wenig Wert. Wie in einem Schlüsselwerk, wo der Arm des „Knaben mit der roten Weste“ viel zu lang ist oder die „Sieben Badende“ die scheinbar in die Wolken wachsen wollen.


Im Anschluss an die Ausstellung wird der Kurzfilm „Cezanne on art 2025“ mit Albert Oehlen gezeigt. Gedreht unter dem Regisseur Oliver Hirschbiegel an den Originalschauplätzen des Montagne Sainte-Victoire und dem Steinbruch von Bibémus.

Die Ausstellung ist bis zum 25.Mai 2026 in der Fondation Beyeler zu sehen. Es gibt einen Audioguide und einen Katalog, erschienen im Hatje Cantz Verlag. www.fondationbeyeler.ch