Das Tinguely Museum Basel feiert den Avantgardekünstler Otto Piene. Zu Gast im surrealen Maschinenraum des Jean Tinguely ist Otto Piene mit seinen luftigen Installationen ein wahrer Kontrast.
Vor 10 Jahren verstorben, kann Otto Piene am 19.Juli 2014 die grandiose Performance seines “Sky Art Event” auf dem Dach der Berliner Neuen Nationalgalerie nicht mehr erleben. 90 Meter hohe Luftskulpturen in Form von Sternen verzauberten den Berliner Abendhimmel, es sind seine “Wege zum Paradies” .
Ende der 1960er Jahren beginnt Otto Piene, 1928 in Bad Laasphe geboren, mit seiner Sky Art, denn in der unendlichen Weite des Himmels sieht er den perfekten Raum für Kunst. Ohnehin stehen für den ehemaligen 15 jährigen Flakhelfer die Zeichen auf einen Neubeginn, aus der einstigen Gefahr durch Kampfflugzeuge soll der Blick in den Himmel nun Freude bereiten.
Die “Inflatables” sind Vergnügen pur, seien es die Anemonen in rot, die schwarzen “Fleurs du Mal” 1969, der “Hexagonal Rooster” 1983, der “Blue Star Linz”, 1981 oder “Black Sacks Helium Skulpture”, 1977.
Die Grundlage seiner zahllosen Arbeiten sind seine Skizzenbücher, die auch als Leitfaden die aktuelle Ausstellung im Tinguely Museum begleiten. Nach seinem Tod wurden sie dem Busch-Reisinger-Museum in Boston übergeben.
1982 lässt Piene die Avantgarde-Cellistin Charlotte Moorman mit ihrem Instrument auf heliumgefüllten Schläuchen in 30 Meter Höhe steigen. Angegurtet spielt sie atonale Improvisationen während des Festivals Ars Electronica in Linz.
Für München war es sicherlich der “Rainbow in the Sky”, während der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele 1972. Wie ein Hoffnungsträger nach dem grauenvollen Attentat. Der Aufbau ist damals mit größten Schwierigkeiten versehen, denn es stürmte und regnete und das Helium kann in letzter Minute in die Schläuche gefüllt werden. Man sollte sich Zeit für das Video nehmen.
1957 gründet Otto Piene mit Heinz Mack die Zero-Gruppe, die nach Kriegsende der Kunst ein neues Gesicht geben will. Nun werden Licht, Bewegung, Wind und Feuer zu Ideengebern. Dazu gehören seine Lichtballette mit dem Tanz von Scheinwerfern. Zuerst manuell bewegt, werden sie mit der Bekanntschaft von Jean Tinguely von Elektromotoren angetrieben.
Für Piene ist die Stille wesentlich, um das Bewusstsein für das Erleben des Lichtes zu öffnen. Er war fasziniert von der Idee, Licht zu malen und möchte mit Lichtvisionen leere Räume füllen.
Die Ausstellung ist zum 12.Mai im Tinguely Museum Basel zu sehen. Der Katalog aus dem Hirmer Verlag München kostet CHF 47.