Star der New Yorker Szene
Louise Nevelson, eine schöne selbstbewusste Frau ist ein Star der New Yorker Szene in den 1960er Jahren. 1899 bei Kiew geboren wird sie zu einer Pionierin der Installationskunst. Ihre Assemblagen sind gewaltig, meist schwarz und immer wahre Augenfänger.

Heute zählt sie zu den bedeutenden Bildhauerinnen der USA im 20.Jahrhundert, wird in den Jahren 1964 und 1968 zur Documenta in Kassel eingeladen und ihre Arbeiten sind 1962 auf der Biennale in Venedig ausgestellt.
Nach ihrem Studium in New York Anfang der 1930er Jahre, machte sie ausgedehnte Reisen nach Europa. 1933 entstehen ihre ersten Skulpturen, 1941 die erste Einzelausstellung. In den 1950er Jahren wagt sie sich an ihr Markenzeichen, die gewaltigen Assemblagen.

New York ist die größte Collage der Welt
Fest mit dem Namen Louise Nevelson verbunden sind ihre monströsen Assemblagen, aber das Museum Wiesbaden zeigt auch ihre Collagen, eher kleinformatig und eher unbekannt. Sie entstehen von 1953 bis zu ihrem Tod 1988, freistehend, oder in Rahmen gesetzt oder als wandfüllende Reliefs. Ähnlich ihren Assemblagen werden Papierschnitzel oder Fundstücke verwendet, die Louise Nevelson auf ihren Spaziergängen durch New York entdeckt. Für die Künstlerin ist „New York die größte Collage der Welt“.

Poesie des Suchens
Ihre Suche nach den Fundstücken und die anschließende Komposition als Collagen betrachtet Louise Nevelson als die „Poesie des Suchens“. Künstler sind die geborenen Sammler. Besonders die Materialknappheit in den 1950er Jahren, dann das Erkennen, dass alle gebrauchten Objekte eine Geschichte haben, veranlasste Louise Nevelson, den „Abfall“ in ihre Kunst einzubauen.

Louise Nevelson baut sich ihre eigene Welt aus Einzelteilen und Bruchstücken eines gelebten Alltags.
Schwarz ist das ultimative, eine aristokratische Farbe
Monochromes Schwarz ist ihre Lieblingsfarbe und dieses Medium wird oftmals großzügig versprüht. So vermeidet sie den individuellen Charakter, sondern zwingt sie in eine große Einheit.

Ganz anders die Collagen, wobei Kreise und Rechtecke bei all ihren Arbeiten auftauchen. Doch es wird viel Farbe sichtbar, jedes Detail wird sorgfältig bearbeitet.



Die Ausstellung ist noch bis zum 15.März im Museum Wiesbaden zu sehen. Es gibt einen informativen Audioguide und einen Katalog, erschienen im Hirmer Verlag. www.museum-wiesbaden.de
