Kaum hat der Besucher die unscheinbare Eingangstüre zur ERES- Stiftung geöffnet, steht er schon in einer Holzhütte. Der Wiener Heinz Schabus hat sein  „COVID-19 Atelier” aus den Resten eines alten Sägewerks aufgebaut.  Zwei Fenster gestatten den Blick in “and the Forrests will echo with laughter”.

Hinter der Eingangstür – Hans Schabus Im Tiefen Wald, 2020

Nun öffnet man die Holztür und der Blick fällt auf einen Baumstamm mit eingewachsenem Hirschgeweih. Keine Arbeit aus heutigen Tagen, sondern Kunst von 1461, damals hatte man dem gefällten Baum Teile eines Hirschgeweihs eingefügt.

Martin Kippenberger – Jetzt geh ich in den Birkenwald, denn meine Pillen wirken bald, 1993
© Sammlung Johann Widauer  Foto: ERES-Stiftung, Thomas Dashuber

Der Wald als rettendes Medium nach einer schwierigen Nacht, seine grüne Natur in Kombination mit der Chemie der Tabletten. Eine hintersinnige humorvolle Arbeit und typisch Martin Kippenberger.

John Cage – Mushroom Book, 1972 (mit Lois Long und Alexander H. Smith) Illustriertes Buch mit 20 Lithographien (Detail)
Privatsammlung  © 2020 John Cage Trust  Foto: ERES-Stiftung, Thomas Dashuber

Der Avantgarde-Komponist liebte Pilze, in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Lois Long und dem Mykologen Alexander Smith entstand das Mushroom Book. Von John Cage sind Lithografien aus Gedichten, Tagebucheinträgen und Zeichnungen zu sehen.  Für den Betrachter eine Herausforderung, die zauberhaften Darstellungen der Pilzen mit den oftmals kryptischen Anmerkungen von Cage, die an die Visionen des Mountain Black College erinnern.

Persijn Broersen & Margit Lukács   Mastering Bambi, 2010  © the artists / AKINCI, Amsterdam
Foto: ERES-Stiftung, Thomas Dashuber

Im letzten Raum ist ein 12minütiges Video zu sehen, die Basis war der Film von Walt Disney, doch bei den beiden niederländischen Künstler hat die Natur des Waldes das Sagen. Es wird die Illusion von Tiefe geschaffen, wie mit einem Raumschiff fährt der Betrachter durch eine scheinbar irreale Welt, geschaffen durch Computer-Technologie.

Eingang zur ERES- Stiftung

Auch die Arbeit von Klaus Littmann ist im Modell zu sehen. Der Basler Künstler, der bei Joseph Beuys in Düsseldorf studierte, hatte 2019 in dem wenig genutzten Fussballstadion von Klagenfurt einen Mischwald von 299 Bäumen aus 16 Arten aufgestellt. Das Projekt “For Forest” verursachte viel Wirbel in der internationalen Pressewelt und soll 2021 in Graz wiederholt werden.

Die Ausstellung wird bis zum 27. März 2021 in der ERES- Stiftung  www.eres-stiftung.de zu sehen sein, dazu gibt es Vorträge und eine spannende Zusammenarbeit mit der Nantesbuch- Stiftung in Bad Heilbrunn. www.stiftung-nantesbuch.de