Schon der Titel lockt in die Ausstellung, es könnte auch etwas Pikantes sein, aber das Literaturhaus München steht über solchen Gedanken.

Das “Pantheon der Bücher” im Abendlicht von Kassel, nun als trompe- d’oeil im Literaturhaus

Wie immer im Literaturhaus München, punktet man mit der Architektur. Da fällt der  “Pantheon der Bücher” sofort ins Auge, auf der documenta 2017 stand das  monumentale Gebilde voller verbotener Bücher auf dem Friedrichsplatz, eine Arbeit der Argentinierin Marta Minujín.

in der Ausstellung ” Verbotene Bücher”

Im Innern wurden Baugerüste aufgestellt, versehen mit roten Kissen, die zum Hinsetzen und Stöbern einladen.  Eine gelungene Idee, denn durch die offene Struktur bekommt der Raum eine große Weite.

In  über 70% der Länder ist die Verbreitung von Büchern gefährdet, oftmals verbunden mit einer rigiden  Einschränkung der Meinungsfreiheit.  In Afghanistan dürfen Frauen keine Büchereien betreten und in der Ukraine wurden mit dem Kriegsbeginn viele Bibliotheken zerstört. In Russland lebt es sich ohnehin gefährlich als  Journalist oder Schriftsteller.

Erich Maria Remarque – Im Westen nichts Neues, daneben George Orwell – 1984 und Ernst Gläser – Jahrgang 1902

Viele dieser Bücher, die  unter die Zensur gefallen waren, sind heute Weltliteratur und ein Verbot geradezu absurd.

Aldous Huxley – schöne neue Welt und  Harper Lee – wer die Nachtigall stört.  

Die Pullitzer – Preisträgerin Harper Lee hat das Buch 1960 geschrieben und den Rassismus angeprangert. Eigentlich  Standardlektüre für Schulen wurde der Titel  2017 von einem Bezirk in Mississippi gestrichen.

Ganz toll gemacht – alle Infos mit wenigen Worten

Etiketten baumeln von den zensierten Büchern und geben die Details, wecken die Erinnerung und  rufen Erstaunen hervor.

Klaus Mann und Maxim Biller

Bei “Mephisto” von Klaus Mann und “Esra” von Maxim Biller  sah das Gericht die Persönlichkeitsrechte verletzt. Der Sohn von Thomas Mann hatte sein Buch 1936 im Amsterdamer Querido Verlag veröffentlicht. dort ist der Opernregisseur Hendrik Höfgen das Alter Ego von Gustaf Gründgens. 1968 wurde das Buch verboten und 2003 “Esra” von Maxim Biller. Seitdem gehen die Verlage auf Nummer Sicher und die Autoren sehen sich eingeschränkt.

Salman Rushdie und seine Literatur

Seit vielen Jahren in den Schlagzeilen ist der indisch-britischer Schriftsteller Salman Rushdie, begonnen hat es mit den “Satanischen Versen”, wo die muslimische Welt hinterfragt wird. Ständig unter Lebensgefahr unterwegs, wurde Rushdie 2022 im Staat New York angegriffen und ist nun auf einem Auge blind.

Die Ausstellung im Münchner Literaturhaus ist noch bis zum 4. Februar zu sehen. www.literaturhaus-muenchen.de