Das Lenbachhaus in München ist die zweite Station einer Retrospektive von Rosemary Mayer, zuvor waren ihre Stoffgebilde im Ludwig Forum Aachen zu sehen.

Hroswitha

Die Arbeiten von Rosemary Mayer verlangen Hingabe, denn der Betrachter muss sich in diese Materie von Stoffgebilden einfühlen. Diese Unabhängigkeit von gängigen Vorstellungen haben der amerikanischen Künstlerin, die 2014 verstorben ist, eine eigenständige Postion in der Kunstrezeption zugewiesen.

Nur ein Bruchteil  der vielleicht fünfzig Textil-Skulpturen von Rosemary Mayer sind erhalten. Zerlegt, gerollt oder gefaltet lagerten sie in Kartons und warteten auf ein Wiederentdeckung.

Hypsipyle 1973

Allerdings lassen sich die Skulpturen aus Mulltuch ohne das Studium ihres Reisejournals “Passages” kaum verstehen. Es beginnt mit der Europareise 1975 und die zahlreichen Notizen zeigen das das große Interesse an Rokoko und Barock oder den Manierismus der höfischen Kultur. So begeisterte sie sich für die Münchner Asam- Kirche in der Sendlinger Straße. Ungewöhnlich ist auch der Aspekt, dass das Material von Mulltuch als Meterware sehr preiswert ist und doch eine hoch elegante Ausstrahlung verbreitet.   

Scarecrow 1978-79

Zu Beginn der Ausstellung läuft ein Video, wo Rosemary Mayer ihre Arbeitsweise erklärt und mit ihren Künstlerbüchern, Zeichnungen und Collagen belegt.  So gilt für München die Begeisterung für die Asam- Kirche in der Sendlinger Straße.

Auch war sie wenig an dem “Wert” ihrer Arbeiten interessiert, so schenkte sie Vogelscheuchen, Luftballons oder Schneeskulpturen viel Aufmerksamkeit, wohl wissend um ihre Vergänglichkeit.

Die Ausstellung im Münchner Lenbachhaus ” Ways  of Attaching” ist bis zum 18. September zu sehen. www.lenbachhaus.de