Der Weg in die Ausstellung ist versperrt, doch die Tücher in wilden Farben, die an dünnen Holzstangen hängen, ziehen den Besucher magisch an. Nichts ist bei Phyllida Barlow für die Ewigkeit gedacht, viele Installationen bestehen aus dem Material früherer Werke. Für die britische Künstlerin ist die Vergänglichkeit ein wichtiger Teil ihres Schaffens. Der Vorgang von Produktion, Zerstörung und Rekonstruktion folgt dem natürlichen Rhythmud von Entstehung, Wachstum und Zerfall.

Stockade 2015

Die Bildhauerin arbeitet mit Karton, Zement, Lehm, Kunststoffrohren und Textilien, dazu Glas, Stacheldraht, Latex, Schaum und Industrieklebstoff.

hoard, 2013 und balconies 2011.

Erst seit ihrem Beitrag auf  der Biennale von Venedig 2017 im britischen Pavillon als “Artist’s Artist” war Phyllida Barlow nur Kennern der Szene bekannt. Nun wird in Münchner eine umfangreiche Ausstellung mit mehr als hundert Werken gezeigt, geradezu perfekt geschaffen sind ihre gewaltigen Installationen für die weitläufige Architektur im Haus der Kunst.

Folly, slashedcolumnx5 2016/17

Es ist sicherlich keine Kunst, die sich verkaufen und sammeln lässt und so arbeitete Phyllida Barlow als Professorin an der Londoner Slade School of Fine Art, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Dazu hat sie gleich mehrere Generationen von Künstlern geprägt wie Rachel Whiteread oder Eva Rothschild.

Object for a television, 1994

In dieser Retrospektive sind jüngere Arbeiten aus den vergangenen zwanzig Jahren ausgestellt, neben frühen farbigen Zeichnungen und “Object for a television”, einer aus einem Fernseher und Gips zusammen geklitterten Skulptur.

Shedmesh 1975. Hier ist der Nachbau aus 2020 zu sehen.

Eines ihrer Schlüsselwerke ist “Shedmesh”  von 1975,  ein heller Kubus  aus Stoffstreifen, dabei sind die glatten Kanten in knotigem Wirrwarr zerfranst. Für das Haus der Kunst wird diese Arbeit reproduziert.

Screetage, 2013

Phyllida Barlow lässt den Betrachter mit ihrer Installation alleine, oftmals sind die Arbeiten so groß, dass man sich vorbeidrücken muss und nirgendwo gibt es den perfekten Blick.

Screetage, 2013, von einem anderen Winkel betrachtet.

Den größten Eindruck hinterlässt wohl “Folly, slashedcolumn x5 , die 2017 auf der Biennale von Venedig zu sehen waren. Auch die überhohen Räume im Haus der Kunst stoßen an ihre Grenzen.

Catchers 2020, auch diese Installation wurde für das Haus der Kunst neu konzipiert.

Katalog zur Ausstellung im Haus der Kunst

Die Ausstellung ist bis zum 25.Juli zu sehen. www.hausderkunst.de  Mitte April erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag. www.hirmerverlag.de