Bei Pati Hill musste alles in den Fotokopierer. Darunter die umfangreiche Arbeit, als sie in den 1980er Jahren den Palast von Versailles ablichtete. In dieser Zeit konnte man schon mit farbigen Toner arbeiten und die “Bilder” mit den farbigen Rosenblättern aus den Gärten von Versailles sind wahre Augenfänger.

Rosenblätter aus Versailles

Als sie in den 1970er Jahren diese Kunstform für sich entdeckte, waren Fotokopierer wahre Ungetüme und standen nur in den großen Büros.

Ein Xerox Kopierer aus den 70er Jahren

Schon während ihrer Karriere als Model in den vierziger Jahren begann die Amerikanerin aus dem Mittleren Westen mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, zum Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens aber wurde der Fotokopierer.  Mit dieser Idee war sie zwar keine Pionierin, aber niemand widmete sich dieses Metier mit solcher Intensität.

Ein Gegenstand aus dem Alltag

Gegenstände aus dem Alltag wurden der harten Beleuchtung ausgesetzt, seien es eine Korsage oder Handschuhe oder Kämme, selbst der eigene Hund musste sich diese Prozedur gefallen lassen. Dabei war es ein Zufall, den Pati Hill zum Kopierer brachte, denn in den frühen 1960er Jahren musste sie als junge Mutter zu Hause bleiben. Noch ein weiterer Glücksfall war die Bekanntschaft mit den Designer Charles Eames, der ihr einen IBM Kopierer zur Verfügung stellen konnte.

Untitled (white gloves) 1976 Xenographie Kunstverein München -Pati Hill

Ein besonderes Schmankerl bietet der Kunstverein, denn der Besucher kann Einblick in die unzähligen Blätter nehmen, die in Arbeitsmappen gesammelt wurden und im Besitz der Arcadia University Art Gallery in Pennsylvania ist.

Kunstverein München -Pati Hill – eine Xerox Kopiermaschine

Die Ausstellung “ Something other than either” ist bis zum 3. Mai zu sehen.  Ein Nachdruck von “Letters to Jill” wird angeboten, dabei äußert sich Pati Hill zum Kopierer und ihren Arbeiten gegenüber ihrer Galeristin Jill Kornblee.  (8€) www.kunstverein-muenchen.de