Es ist der dritte Teil einer Ausstellung,  die über Künstler berichtet, die ihre Heimat Österreich in der Ära des NS- Regime verlassen mussten. Manche Orte des Exils waren reine Transitstationen, andere sollten sich als gewollte oder ungewollte Endstationen entpuppen.

Orte des Exils

Es ist eine kompakte Ausstellung im Obergeschoß des Museums der Moderne, die den Exodus von sieben Künstlern vorstellt wie das grafische Werk der Schriftstellerin Else Lasker-Schüler (1869 Elberfeld – 1945 Jerusalem), die fotografischen und filmischen Arbeiten von Wolf Suschitzky (1912 Wien – 2016 London), die Zeichnungen und Karikaturen von Walter Trier (1890 Prag – Collingwood, Ontario, CA), Möbelentwürfe von Victor Papanek (1923 Wien – 1998 Lawrence, US), die Porträts der Malerin Lotte Laserstein (1898 Preußisch Holland, (heute) PL – 1993 Kalmar) und die Filme der Regisseurin Louise Kolm-Fleck (1873 – 1950 Wien).

Alltag in London während des Zweiten Weltkriegs

Für Wolf Suschitzky eröffnete sich in London, das über die Zwischenstation Amsterdam erreichte, neue fotografische Perspektiven. Trotz Kriegsausbruch und Einstufung als feindlicher Ausländer konnte er weiterarbeiten und wurde 1940 Mitglied der Royal Photografic Society. Sein Thema waren Alltagsszenen in London und er verbrachte sein restliches Leben in dieser Stadt.

Szenen des Exils – Lotte Laserstein

Ganz anders erging es Lotte Laserstein, die als Malerin in letzten Jahren neu entdeckt wurde. Sie emigrierte nach Schweden, konnte nach anfänglichen Problemen sehr gut als Auftragsmalerin leben. Ihre Porträts der schwedischen Gesellschaft waren sehr beliebt, doch ihre wahre Seele als Künstlerin blieb auf der Strecke. Hinzu kam der große Stress eines Emigrantenschicksals und die Trauer nach dem unkonventionellen Leben des einstigen Berlins.

Nachricht von Else Lasker Schüler an Georg Trakl

Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere war Else Lasker – Schüler zu Beginn des Dritten Reichs, schon 1933 emigrierte sie nach Zürich, wurde dort aber mit einem Arbeitsverbot bestraft. Hinzu kamen die ständigen Kämpfe um die Aufenthaltserlaubnis, 1939 mit dem Ausbruch des Weltkriegs wurde ihr die Rückkehr in die Schweiz untersagt und sie starb völlig verarmt 1945 in Jerusalem. Else Lasker-Schüler war Mittelpunkt der Künstlerszene im Berlin, hatte Franz Marc als Briefpartner und ist unsterblich in der Phantasiegestalt des Prinzen Jussuf geworden.

Szenen des Exils – Else Lasker – Schüler – Prinz Jussuf

In Prag geboren, besuchte Walter Trier 1908 die Klasse von Franz von Stuck in München, ging dann 1910 nach Berlin und arbeitete  als Illustrator für den Ullstein Magazine. Ein großer Karriereschritt war die Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Erich Kästner, das letzte der 13 Bücher war “Das fliegende Klassenzimmer”, das 1933 erschien. Dann floh die Familie nach London, dort konnte als Karikaturist für das deutscher Exilblatt ” Die Zeitung” arbeiten. 1947 bekam er einen britischen Pass und konnte nach Kanada auswandern, wo seine Tochter lebte.

Walter Trier – Karikatur

Die Ausstellung ist bis zum 22. November im Museum der Moderne auf dem Mönchsberg zu sehen. Dazu erscheint ein Katalog, der die Themenausstellungen Auf/Bruch (2017), Resonanz von Exil (2018) und Orte des Exils (2020) zusammenfasst. www.museumdermoderne.at

Blick vom Restaurant m32 auf die Stadt

 

Video im Aufzug zum Mönchsberg – Nevin Aladag