Ein Roman von 1928, eine weltbekannte Schriftstellerin und eine nicht weniger berühmte Nachlassverwalterin. Es ist die Fiktion von Orlando, geschrieben von Virginia Woolf, die eine zehnjährige Beziehung zu der wohlhabenden Vita Sackville- West hatte und 1992 gelang der englischen Schauspielerin Tilda Swinton mit der Titelrolle des Orlando der internationale Durchbruch.

Virginia Woolf und Vita Sackville-West

Auch in der aktuellen Ausstellung im Münchner Literaturhaus ist die feenhafte Schauspielerin das prägende Element mit ihrer androgynen Schönheit, der man eine Wandlung vom edlen Jüngling zur liebreizenden Frau abnehmen kann.

Tilda Swinton als Orlando

Die Figur des Orlando hat Tilda Swinton nicht mehr losgelassen, sie ist die Kuratorin dieser Ausstellung, aber schon vor Jahren konnte sie Fotografen animieren, sich mit dem Thema Transgender auseinander zu setzen.

Collier Schorr – Casil Mac Arthur

So sind im Literaturhaus etliche Arbeiten zu sehen, sehr eindrücklich die Fotos von Collier Schorr über die Wandlung der  Casil MacArthur vom weiblichen Model zum bekannten Transgender.

Mickalene Thomas 2018

Die Ausstellung wurde von der legendären New Yorker Galerie Aperture übernommen, hinzugekommen ist in München ein Audioguide, wo die Schauspielerin Wiebke Puls kurze Passagen aus dem Roman liest.

der Katalog erschienen zur Ausstellung in Aperture Gallery

Großes Kompliment für das Münchner Literaturhaus, sich diesem Thema zu widmen und der Weg vom Klassiker eines Romans zu aktuellen Fotoarbeiten ist mehr als gelungen. Der Film von Sally Potter mit Tilda Swinton in der Hauptrolle wird am 16. Dezember (OMU) um 19.30 Uhr im Literaturhaus gezeigt, am 9.  Januar gibt es Szenen zu Orlando mit  Corinna Harfouch und Oscar Olivo. Bis zum 12. Januar. www.literaturhaus-muenchen.de