Avantgarde in Halle. Bis 1933 galt das Kunstmuseum Moritzburg und seine Gemälde der Klassischen Moderne als Mekka der zeitgenössischen Kunst in Deutschland. Dann wurden die Bestände ausgeblutet, denn das Dritte Reich ließ “entartete Kunst” aus allen Museen entfernen.

Moritzburg – Ausstellung Das Comeback

Moritzburg verlor nur 147 Gemälde und der aktuellen Ausstellung “Das Comeback” konnten 40 der ehemaligen Werke als Leihgaben für drei Monate zurückgeholt werden. Nun bekommt der Besucher wieder einen Eindruck über die Sammlung, denn 1937 wurden 300 Bilder nicht beschlagnahmt.

Moritzburg – Halle- Bilder Lyonel Feninger

Darunter auch der legendäre Halle Zyklus von Lyonel Feininger, nun sind sieben der einst 11 Porträts von Kirchen und Plätzen der Stadt Halle zu sehen. Zu jener Zeit arbeitete der Amerikaner als Dozent am Bauhaus Dessau.

Moritzburg – Halle- Bilder Lyonel Feninger

1928 vergab der Magistrat den Auftrag, eine Stadtansicht malen zu lassen. Es wurde Lyonel Feininger ausgewählt, der einen solchen Spass an der Arbeit hatte, dass elf Gemälde entstanden sind. Das bekannteste ist sicherlich “Roter Turm” und “der Dom in Halle, 1931.

Eine Ikone des Expressionismus ist das Abendmahl von Emil Nolde, 1909.

Der Ankauf sorgte damals für Furore, denn die heilige Szene in solcher Farbigkeit darzustellen, galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als skandalös.

Franz Marc – Die Katze

Einst besass das Kunstmuseum Moritzburg eine großartige Sammlung von Franz Marc.

der Anbau von 2008 des Museums Moritzburg

Um 1500  als Residenz für die Erzbischöfe von Magdeburg gebaut, wird die Moritzburg seit 1885 als Kunstmuseum genutzt. Im Jahr 2008 wird der Erweiterungsbau eingeweiht.

im neuen Anbau

im Jahr 2008 bekam das Museum eine Erweiterungsbau, der sehr elegant das Alte mit dem Neuen verbindet. Wie selbstverständlich wirken die Bilder unweit der mittelalterlichen Bausteinmauern und setzen ganz neue Akzente.

Design von Wassily Kandinsky    www.meissen.com

Seit den 1920er Jahren besitzt die Grafische Sammlung Moritzburg  sechs von neun Aquarellentwürfen für Tassen und Teller von Wassily Kandinsky, der auch am Bauhaus lehrte.  Entstanden während seiner Zeit in Russland, brachte Kandinsky 1922 die Entwürfe nach Deutschland, wo sie mit lateinischen Buchstaben neu signiert wurden.  Zum Jubiläum “100 Jahre Bauhaus”  haben sich die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) und die Meissener Porzellanmanufaktur darauf verständigt, die sechs erhaltenen Entwürfe in einer Edition anzubieten.  www.meissen.com

Design von Wassily Kandinsky auf einem Teller aus Meissner Porzellan.   www.meisssen.com

Die Ausstellung “Das Comeback” ist noch bis zum 12. Januar 2020 zu sehen. Der lohnenswerte Audioguide kostet 2 € und der umfangreiche Katalog an der Museumskasse 29,90€   www.kunstmuseum-moritzburg.de 

Halle – Zyklus Lyonel Feininger

Katalog Das Comeback