Das Münchner Haus der Kunst ist zu einer Adresse geworden. Seien es die Menschen, die geduldig auf den Einlass zu ” In Other Spaces” warten oder zur ersten Ausstellung “Calling” von Meredith Monk in Europa  streben. Ihre Arbeiten sind eine Herausforderung, denn völlig kompromißlos vermischt sie Musik, Tanz, Video, Film  und Installationen für ihre Performance. Etwas ganz Besonderes ist ihre ungewöhnliche Gesangstechnik und  ihre “extended vocal technique” könnte aus prähistorischen Zeiten kommen.

Merditch Monk in ihrer Wohnung.

1942 in New York geboren, begann Meredith in den 1960er Jahren die Möglichkeiten ihrer Stimme zu erforschen und komponierte zahlreiche Solostücke. Dabei machte sie Experimente mit ihren Atem, dem Zwerchfell, dazu Emotionen wie Schluchzern, Flüstern oder Lachen.

singing suitcase, 1998. Bitte öffnen!

Heute gilt die Amerikanerin als eine der weltweit bedeutendsten Künstlerinnen und von ihrer Arbeit ließen sich Bruce Nauman oder Björk beeinflussen. Ihr erster großer Auftritt “Juice” mit einer großen Formation von 85 Teilnehmern zu sehen,  im Jahr 1969 spektakulär inszeniert auf der spiralförmigen Rampe des New Yorker Guggenheim Museums.

In den 1970er und 80er Jahren entwickelte Meredith Monk ihre Vorstellung von Theater, in dem sie Stimmen, Musik, Theater, Licht, Film, Tanz, Ritual sowie mythische Elemente mit Avantgardekunst verband.

Ellis Island.1980

1981 entstand der Kurzfilm Ellis Island. Mit Hilfe von  historischen Fotos wurden Einwanderer dargestellt  die in Ellis Island ankamen, um von den USA aufgenommen zu werden. Begleitet von Monks Klangpoetik und minimalistischer Musik.

The Quarry

1976 entsteht die dreiteilige Performance “Quarry”.

The Quarry

Anfang der 1990er Jahre komponiert Meredith Monk  mit “Atlas” die erste Oper in drei Akten, die in einem Opernhaus inszeniert und von Opernsängern vorgetragen wird.

Atlas 1991

Video  im Haus der Kunst

Im letzten Raum werden ihre  “Shrines” vorgestellt, denn Meredith Monk glaubt, dass Kunst heilen kann. Schon vor dem Haupteingang hängt der “Offering Shrine” an den Säulen der Arkade, dabei öffnet sich eine Hand und zeigt ein Objekt.

Silver Lake

Dieser Shrine ist als eine Landschaft gedacht, in der die Musik von „Meredith Monk & Vocal Ensemble” in der gleichen Konfiguration zu erleben ist, in der sie aufgeführt wurde. Das Metal Silber spielt in vielen ihrer Werke von eine wichtige Rolle und taucht in Kostümen, Kulissen und Objekten auf. 1979 wurde “Dolmen Music”  für sechs Stimmen und einer Cello Begleitung komponiert.

Silver Lake mit Zuhörern von “Dolmen Music”

Die Musik ist über Kopfhörer an jedem Stuhl zu hören, wo die Besucher zum Hinsetzen und Zuhören eingeladen sind.

The Politics of Quiet Shrine, 1996

Das von Meredith Monk als Installation konzipierte Werk war ursprünglich für den öffentlichen Raum gedacht. die Künstlerin verwendete in “The Politics of Quiet”  die ökologische Metapher der Bienen und ihrer Gemeinschaften, ein Aspekt, der im Mittelpunkt dieses Schreins steht. Die Bienen sind in den Bildschirm – Gesichtern zu erkennen. 

Songs of Ascension Shrine, 2023

 Dieser Schrein ist eine Neuinterpretation einer Live-Aufführung von Meredith Monks gleichnamigem Musiktheaterstück. Inspiriert von den rituellen Motiven des Aufstiegs und der Umrundung im Laufe der Zeit, eingerahmt von Musik, Bewegung und Architektur. Dazu Bilder eines hohen Turms und spiralförmiger  Treppen.

Shoe Timeline

Sehr charmant und amüsant ist die skurrilen Schuhe, die von  Meredith Monk und ihren Tänzern getragen wurden. Kaum uze glauben, das man sich darin bewegen konnte.

ein Paar Tanzschuhe

Die Ausstellung ist noch bis zum 3. März zu sehen,  Der Katalog wird erst Ende März erscheinen. Am 15. und 17. Februar kommt Meredith Monk zu zwei Konzerten mit den Mitgliedern ihres Vokalensembles, Katie Geissinger und Allison Sniffin, nach München. Am 16.Februar findet ein Künstlergespräch mit Adam Shatz statt .www.hausderkunst.de 

Kühles Vergnügen am Eisbach – im Hintergrand das Haus der Kunst