Bei Gobelin denkt man an große Wandteppiche, die in keinem französischen Schloß fehlen durften und immer ein schwermütigen Eindruck hinterließen. Welch eine Freude, nun in die Farbenpracht der aktuellen Ausstellung in der Münchner Kunsthalle zu schauen.

Henri Matisse – Die Lautenspielerin 1947-49

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich zeitgenössische Künstler mit den Medium Teppich beschäftigt, sie geben dem herkömmlichen Gobelin ganz neue Impulse und das Material Wolle zeigt weltbekannten Motive in interessanter Intensität.

Victor Vasarely – Cheyt Pyr, 1977

Der Name für die Wandteppiche stammt von einer Färberfamilie aus Rheims, die sich im 15. Jahrhundert in Paris niederließen und rasch für ihr professionelles Handwerk bekannt wurden.

Alex Calder

Seit Mitte des 17.Jahrhunderts ist die Manufacture des Gobelins ein Staatsunternehmen und prachtvolle Teppiche in offiziellen Räumen gehören zum Selbstverständnis der Franzosen.

Merkel und Macron im Elysee-Palast
Tapisserie von Miro

Natürlich haben Künstler mit diesem Medium experimentiert wie die Nachempfindung von Landkarten oder die Flächigkeit des Teppichs zu einer Skulptur gewandelt wie Alicia Penalba.

Alicia Penalba – Trytychon 1982-83

In der Kunsthalle sind 42 Künstler ausgestellt, die Teppiche wurden in der Zeit des Ersten Weltkriegs bis 2017 hergestellt. Die Tapisserien sind bis zum 8.März 2020 zu sehen. www.kunsthalle-muc.de 

aus dem Archivschrank mit Pompons verschiedener Rot

Zur Ausstellung gibt es einen Audioguide und einen sehr informativen Katalog über ein beinahe vergessenes Handwerk, erschienen im Hirmer Verlag München. www.hirmerverlag.de 

Blick in die Fünf Höfe

die aktuelle Ausstellung