Rund 650 Arbeiten von Kara Walker sind aktuell in der Frankfurter Kunsthalle Schirn zu sehen. Die Werke der kalifornischen Künstlerin beschäftigen sich mit Rassismus, Gewalt und Unterdrückung. Auf den Besucher warten eine drastische Bildsprache und Szenen radikaler Offenheit.

Kara Walker begeistert mit ihrem kraftvollen Strich, sei es in Tusche oder Kreide, Kohle oder Pastell. Ihre Zeichnungen waren ursprünglich nicht für Ausstellungen gedacht, haben oftmals den Charakter einer Skizze oder Studie und tragen meist keine Titel.

Mit großartigen Scherenschnitten wurde Kara Walker in der Kunstwelt bekannt. Die filigranen Akteure täuschen eine heile Welt vor, doch die Darstellungen machen betroffen, zeigen den krassen Alltag schwarzer Menschen gestern und heute. Seit den 1990er Jahren benutzt sie diese alte Technik, um sich gegenüber der etablierten Kunst der Malerei abzugrenzen, die ihrer Meinung nach eine Domäne weißer Männer ist.

Barack Obama als Othello 2019

In der Ausstellung hängen vier großformatige Porträts von Barack Obama, der als erster schwarzer Präsident in die Geschichte der USA eingeht. Kara Walker stellt ihn in verschiedenen Rollen aus der europäischen Kultur dar,  so als Othello von Shakespeare, der sich allerdings nicht selbst tötet, sondern mit dem Kopf von Donald Trump als geköpfter Jago inszeniert wird.

Kara Walker findet ihre Themen in der Geschichte Amerikas und im Umgang mit der schwarzen Bevölkerung, angefangen von der Versklavung und bis zur heutigen respektlosen Behandlung.

Es sind auch drei Videos zu sehen, da werden die Scherenschnitte zu bewegten Figuren und das Schattentheater zeigt Szenen von rassistischer Gewalt und Ausbeutung.

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Januar in der Frankfurter Schirn zu sehen. Für mehr Information gibt es ein Digitorial für Smartphone oder iPad und einen aufwendig gemachten Katalog zum Preis von 45 €. www.schirn.de