In kaum einer Kunstrichtung konnten Frauen so auftrumpfen wie im Surrealismus. Der Zeitpunkt war günstig, denn mit den 1920er Jahren begann das erste große Jahrzehnt der Künstlerinnen. So manche atemberaubend schön und aus wohlhabendem Haus, waren zunächst Modell und Geliebte im Kreis um den Gründer André Breton, aber es gelang ihnen die Emanzipation und Schaffung eigenständiger Werke.

Leonor Fini ist für ihre Männerakte bekannt.

Mühelos spielten sie mit dem männlichen Begehren und der eigenen Sexualität, rückte das Androgyne in den Mittelpunkt. Da war der Bubikopf ein Markenzeichen und das Rauchen in der Öffentlichkeit. Da steht Meret Oppenheim sicherlich an erster Stelle, die mit ihren unkonventionellen Arbeiten auch rasch bekannt wurde.

Frühstück im Pelz 1936

Ihre weltberühmte Pelztasse wurde zum Aushängeschild des Surrealismus,  schon 1936  gelangte diese Arbeit das Werk in die Sammlung des New Yorker MOMA aufgenommen.

Katalog “Fantastische Frauen”, erschienen im Hirmer Verlag

Avantgarde war der Künstlerin “auf den Leib geschrieben” und das Erstaunliche jener Zeit war, dass sich eine ganze Reihe von Frauen in ihrer Kunst unterstützt haben, besonders intensiv waren die Jahre des Exils, wo man sich in Mexiko im Dunstkreis von Frida Kahlo eine Zuflucht gefunden.

Titel des Katalogs zeigt eines der bekanntesten Bilder – Selbstbildnis mit Dornenhalsband.

Frida Kahlo dürfte der Superstar sein, allzu spannend und dennoch tragisch ist ihr Leben verlaufen. Ihren Bildern zeigen den Kampf gegen die Krankheit, das Wissen um die Untreue ihres Ehemanns Diego Riviera, dazu die Kultur ihrer Heimat.

Leonora Carrington – Selbstporträt in der Auberge du Cheval d’Aube, 1937-38.

Auch Leonora Carrington machte das Thema der sexuellen Befreiung zum Inhalt ihrer Bilder,  in diesem Selbstporträt trägt sie Reiterhosen.  Während des Exils  gehörte sie zum Kreis der surrealistische Szene in Mexiko. Ein wahrer Augenfänger ist ihre Skulptur “La Grande Dame” in der Zusammenarbeit mit dem spanischen Künstler José Horna.

“Cat Woman” von Leonore Harrington, im Spiegel ist der Rücken zu sehen.

Zum Finale der sehr umfangreichen Ausstellung mit 260 Gemälden von 34 Künstlerinnen bekommt die Amerikanerin Louise Bourgeois einen großen Auftritt. Besonders sehenswert sind ihre frühen Gemälde und natürlich dürfen die berühmten Skulpturen nicht fehlen, die sich meist mit Sexualität und weiblicher Identität.

Femme Maison 1945-47 von Louise Bourgeois im Ausstellungskatalog.

viel Raum für die Skulpturen von Louise Bourgeois.

Fantastische Frauen ist bis zum 5. Juli in der Frankfurter Schirn zu sehen.  Zur Ausstellung ist ein ausführlicher Katalog  im Hirmerverlag erschienen, 39€. www.hirmerverlag.de 

Dora Maar – 29, Rue d’ Astorg 1936

Das Digitorial bietet Hintergrundwissen und einen guten Einblick in die Ausstellung. www.schirn.de/digitorial.  Die Audiotour wird von der Schauspielerin Pegah Ferydoni gesprochen und kann als App auf das Handy geladen werden.  www.schirn.de