Nordkap, Saunahütte an einem einsamen See, große Herden von Rentieren, das kann Norwegen sein. Doch die Frankfurter Buchmesse im Oktober hat Design, Architektur und Film ins Museum für angewandte Kunst gebracht.

Schuhe von Elisabeth Torsen

Skandinavien ist seit vielen Jahren in Mode, immer sind es die klaren Linien, die verzaubern und Neugierde wecken. Sei es die Kosmetik, die Kleidung und natürlich die Architektur.

ein Sommerhaus am beliebten Storfjord

Natürlich hat Norwegen die großen Vorteil von viel unverbauter Natur, da lassen sich zeitgenössische Konzepte für ein Sommerhaus realisieren, aber im urbanen Raum entstehen verblüffende Räume, das schönste Beispiel ist sicherlich das Opernhaus am Hafen von  Oslo.  Eine Fassade aus weißen Carrara-Marmor mit einheimischen Granit, dazu die Reflexion des Wassers. Kaum auszuhalten.

das Opernhaus von Oslo ist ein Besuchermagnet.

Sehr ungewöhnlich ist auch das Steilneset Memorial in Vardo, im Nordwesten des Landes. Es ist ein Hexenmahnmal, denn Mitte des 17. Jahrhunderts wurden 100 Menschen, die Mehrheit Frauen, der Hexerei beschuldigt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

die Gedenkhalle des Steilneset Memorial  Foto Ken Schluchtman

Vom dem Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfen, besteht es aus einer Gedenkhalle, die an ein traditionelles Fischtrockengestell erinnert, dort sind der Gerichtsprotokolle zu lesen.

Steilneset Memorial – Mahnmal von Louise Bourgeois 2010. Foto Ken Schluchtman

Aufregend die letzte Arbeit von Louise Bourgeois mit ihrem Pavillon, dort wird ein Scheiterhaufen symbolisiert

Gewobenes 925er Silber  – Objekt von Inger Blix Kvammen 2015

Weltbekannt ist die Schmuckdesignerin Tone Vigeland, die mit ihrem Arbeiten aus Metall als Ikone des skandinavischen Autorenschmucks gilt. Seit 1960 sind ihre Unikate in zahllosen Ausstellung zu sehen, darunter auch vor kurzem die Pinakothek der Moderne.

Tone Vigeland – Ikone des norwegischen Designs

 

Text and drawing from The Tree of Knowledge. “A BIRD OF PREY HAS TAKEN / ABODE INSIDE OF ME”.  Foto Halvor Björngârd

Eher versteckt, doch eine große Überraschung sind Zeichnungen mit Texten des norwegischen Malers Edvard Munch, sie sind Teil einer Sammlung von 81 Blättern mit handschriftlichen Notizen, Skizzen und Holzschnitten. Entstanden wahrscheinlich 1930-35, könnte es als Vorlage für ein Buch gedient haben.

Gielastuvvon 2018,   Foto Libor Galia

Künstlerisch wenig bekannt sind Arbeiten der Sami in der norwegischen Finmark im äußersten Nordosten des Landes. In der Ausstellung “House of Norway” ist die Installation “Gielastuvvon” ( Gefangen auf deutsch) von Máret Anne Sara zu sehen. Sie besteht aus Lassos, die zum Fangen der Rentiere benutzt werden. Nun hängen sie wie Galgen von der Decke und sollen auf eine Maßnahme der Regierung hinweisen, die Weideflächen und Größe der Herden zu verringern.

EDDA – Mode aus Norwegen

Welch ein Eyecatcher ist diese freche farbenfrohe Mode von Edda Gimnes, die seit 2015 ihre eigenen Kollektionen vorstellt. www.edda-gimnes.com     Die Aussstellung ist noch bis zum 26. Januar geöffnet. www.museumangewandtekunst.de