Mit der imposanten Arbeit “Brodno People” des polnischen Künstlers Pawel Althamer beginnt die Ausstellung “Future Bodies from the recent past” im Museum Brandhorst. Der Gegenstand seiner Arbeiten ist der menschliche Körper und sein Zerfall, der durch die Wahl der Materialen symbolisiert wird. Bei dieser Gruppe handelt es sich um Freunde aus dem Warschauer Stadtteil Brodno.

Pawel Althamer – Brodno people, 2010

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird die zeitgenössische Kunst auch vom  Verhältnis von Körper und Technologie geprägt. Viele Arbeiten beschäftigen sich mit unserer Wahrnehmung in der aktuellen hoch technologischen und vernetzten Gegenwart. Mit mehreren frühen Werken ist der Kölner Joachim Bandau in der Ausstellung vertreten.

Joachim Bandau – Fingerbank, 1970

Eine Ikone der zeitgenössischen Kunst ist der US – Amerikaner Bruce Nauman. Seine Wachsköpfe, ob hingestellt oder hängend, sind in zahlreichen Museen zu sehen.

Bruce Neumann – two heads on Base, 1989

Um Veränderung, Entwicklung und Sozialkritik zu zeigen und eindrücklich darzustellen, eignet sich die Skulptur besonders gut. Ihre Materialien und Arten der Herstellung stammen aus unserer aktuellen Welt und so sieht auch die Wandlung dieser Kunstform in den letzten Jahrzehnten.

Tetsumi Kudo – Human Bonsai-Freedom of Deformity, 1978

Der Japaner setzt sich mit dem Abwurf der Atombomben  auf seine Heimat auseinander, hier sind verstümmelte und eingeklemmte Geschlechtsteile ausgestellt.

Angela Birken -New Model Arm

Erst im letzten Jahr in einer Einzelausstellung im Brandhorst Museum zu sehen, ist sie nun mit Puppen in Strumpfhosen vertreten.  Die deutsche Alexandra Bircken hat in London Modedesign studiert und unterrichtet, als die geniale Entwürfe  von  John Galliano, Alexander McQueen oder Martin Margiela Furore machten. Die Auseinandersetzung von Körper und seinen Hüllen ist auch in der aktuellen Arbeit von  Alexandra Bircken zu entdecken.

Aleksandra Domanovic – Mayra Mudra

Die Roboter- Prothese der “Belgrade Hand” aus dem Jahr 1963 von Rajko Tomovic war die Initialzündung für die serbische Architektin Aleksandra Domanovic, um ihre Nische als Künstlerin zu finden. Drei Arbeiten sind von ihr zu sehen.

Germaine Richter – Le Griffu, 1952

Die deutsche Germaine Richter gehört zu den Künstlern der Nachkriegszeit noch beeinflusst von den Verletzungen des Zweiten Weltkriegs.

Aus dem Katalog – Niki de Saint Phalle mit ihrer Nana als begehbare Plastik

Sehr informativ und gut gemacht ist der Katalog, erschienen im Deutschen Kunstverlag, im Museum für 44€.

Future Bodies from the recent past ist bis zum  23. Januar 2023 zu sehen. www.museum-brandhorst.de