Das innige Abbild von Natur war nicht das Anliegen von Paula Moderson- Becker. 1900 reiste sie zum ersten Mal nach Paris, sah Bilder von Cezanne und fühlte sich bestätigt. In der Frankfurter Kunsthalle Schirn sind 116 Werke zu sehen, so manches verblüfft mit seiner frühen Modernität.

Landschaft bei Worpswede

Es war ein harter Kampf für die junge Künstlerin, denn als Frau und ihren Drang zur Avantgarde war sie in der konservativen Umgebung von Worpswede vielen Kritiken ausgesetzt. 1906 trennte sie sich von ihren Man Otto Moderson und suchte neue Inspiration in Paris, ließ sich von Cezanne, Matisse und Gauguin beeinflussen, was ihren Bilder auch deutlich anzumerken ist.

Blick aus dem Atelierfenster in Paris, 1900

Die Künstlerin liebte Paris, doch als Sujets für Bilder war sie nicht an der Stadt interessiert. Es gibt nur zwei Bilder innerhalb ihres Gesamtwerkes von 750 Gemälden und 1000 Zeichnungen. Doch wie ungeheuer modern ist diese Malerei, könnte auch De Chirico sein, der erst 15 Jahre später mit dieser Art Malerei begann.

Weg der Birken

Alleen mit Birken gibt es viele rund um Worpswede und die Malerin schätzte ihre schlanken Stämme über alles, mehr als 70 Gemälde haben diese Bäume zum Inhalt, oftmals als Hochformat.

Stillleben mit Kürbis 1905

Es lebe Paul Cezanne, seine Idee der stürzenden Perspektive, die kräftigen Farben, die Sujets mit Äpfeln und Kürbis. Paula Moderson – Becker verzichtet allerdings auf die Lichteffekte, die das Obst des Impressionisten so transparent erschienen ließen.

Alte Bäuerin 1907

In Paris hat die Künstlerin Ausstellungen von Paul Gauguin besucht und war von seinem Blau begeistert. Die Haltung der Bäuerin mit ihren großen Händen könnte von Van Gogh inspiriert sein, auch er hatte das harte Landleben als Motiv. 1912 war dieses Bild Sonderbund Ausstellung in Köln zu sehen, neben Gauguin und Van Gogh, fünf Jahre nach ihrem Tod.

Paula Becker 1895

1876 in Dresden geboren, heiratete 1901 den Worpsweder Maler Otto Moderson und starb 1907 nach der Geburt ihrer Tochter Mathilde an einer Embolie.

Die Ausstellung ist bis zum 6. Februar zu sehen. www.schirn.de Der Katalog, erschienen im Hirmer Verlag München, kostet während der Ausstellung 35 €. www.hirmerverlag.de 

Frankfurt im Herbstlicht