Überraschung im Kunstverein Frankfurt, die Pflanzen haben das Sagen. 85 Prozent aller Organismen auf der Erde sind Pflanzen und man glaubt heute, dass sie über eine eigene Intelligenz verfügen. Das zwingt uns dazu, unser Sein zu überdenken und uns als Teil eines Abhängigkeitssystems zu sehen.

Der Katalog zur Ausstellung

Intelligenz verlangt die Fähigkeit Informationen effizient zu verarbeiten und auf Situationen der Umwelt mit Anpassung zu reagieren.

Rhizotronen unter LED – Leuchten

Schon neben dem Eingang sind die Arbeiten des Forschungszentrums Jülich aufgestellt, wo in Rhizotronen das Verhalten von Nutzpflanzen wie Erbsen, Bohnen oder alte Winterweizensorten  während extremer Umweltbedingungen  wie Trockenperioden oder nährstoffarmer Böden beobachtet wird.

Wurzelwerk eines Salatkopfes

Vom Pflanzensoziologischen Institut Klagenfurt stammen die Zeichnungen und Präparate, ihr Wurzelwerk wurde an natürlichen Standorten freigelegt, fotografiert, gezeichnet und zum Teil präpariert.

Kunstverein Frankfurt – konservierte Esche, 1999

Diana Scherer arbeitet seit 2012 mit den Wurzelsystemen lebender Pflanzen. Besonders gerne verwendet die Künstlerin Hafer, Weizen oder Mais, denn sie wachsen schnell und ihre Wurzeln sind stark.

Diana Scherer Interwoven 2021- Pflanzenwurzeln von Hafer

Diana Scherer verwendet Schablonen, die sie unter die Erde legt, darauf sät sie den Samen und wartet, bis die Pflanzen ihr Wurzelwerk vollziehen.

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Die eindrucksvolle Installation “Hydra” zeigt der Innsbrucker Thomas Feuerstein. Im Mittelpunkt steht ein Fotobioreaktor, an den zahlreiche transparente Schläuche angeschlossen sind. Dort wird eine grüne Flüssigkeit gepumpt, es ist eine Suspension aus Wasser und Grünalgen, mit dem Licht findet die Fotosynthese statt.

Thomas Feuerstein – Hydra

In diesem Prozeß wird die Alge gefiltert, getrocknet und dann karbonisiert. Aus dem schwarzen Pigment presst Thomas Feuerstein Stifte für seine Zeichnungen.

Berlinde De Bruyckere, Embalmed Twins 2017. Katalog

Der letzte Saal gehört der imposanten Arbeit von Berlinde de Bruyckere und ihren Baumstümpfen Embalmed Twins I und II. Es sind jahrhundertalte Eichen aus Frankreich, die ein Opfer von dem Sturm Cyrill 2016 wurde. Mit Wachs, Metall, Farbe und Tücher wurden den Stümpfen ein anderes Leben eingetaucht. Dazu gehört auch die antike Technik von Einbalsamieren, also die Bewahrung von Körpern, ein Thema in vielen Arbeiten der belgischen Künstlerin Berlinde De Bruyckere.

Katalog – Berlinde de Bruyckere

Im Hirmer Verlag ist eine aufwendig gemachte Monografie über die belgische Künstlerin erschienen, die ihr Schaffen in den letzten 28 Jahren zeigt. www.hirmerverlag.de 

Katalog – Berlinde de Bruyckere

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Februar  im Kunstverein Frankfurt zu sehen. www.fkv.de