Kein Blockbuster, der um die Welt reist. sondern Arbeiten wurden aus den Depots der Pinakothek der Moderne hervorgeholt und in einen spannenden Dialog zu Werken aus der Sammlung Goetz gestellt. Eine perfekte Idee, denn zu Zeiten von  Corona ist das Ausleihen von Bildern so eingeschränkt wie der Besuch des internationalen Publikums und so kann man sich auf die Besucher aus München konzentrieren.

Versuchung von Max Beckmann, 1936  und Thomas Schütte mit Dreigestirn, 1993

Hinzu kommt die Renovierung des Museums von Ingvild Goetz, sodass dort keine aktuelle Ausstellung stattfinden. So entstand “au rendez-vous des amis”, ein Aufeinandertreffen von klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst. Dabei wird Ausdauer vom Besucher verlangt, denn es warten 13 Räume mit Malerei, Fotografie, Skulptur und textile Arbeiten.

das berühmte Gruppenbild der Surrealisten von Max Ernst wurde von dem Berliner Thomas Zipp verfremdet.

Schon am Eingang stehen sich die Werke der Surrealisten aus der Sammlung der Pinakothek der Moderne zwei zeitgenössischen Arbeiten von Thomas Zipp gegenüber.

Surrealisten – Sammlung Pinakothek der Moderne

Louise Bourgeois beschäftigt intensiv mit dem menschlichen Körper und seiner Sexualität ist hingegen autobiografisch geprägt.

Louise Bourgeois, Le couple, eingerahmt von Expressionisten

Louise Bourgeois – Archer figure 1993 wird von Otto Mueller

Der schönste Saal gehört dem Bauhaus und hier kann man sehen, wie zeitgenössische Künstler die Impulse des Bauhauses individuell weiterentwickelt haben.

Katja Strunz aus der Sammlung Goetz

Die Amerikanerin Andrea Zittel folgt der Verbindung von Kunst und Leben, indem sie autonome Kunstwerke als auch benutzbare Objekte schafft. Rosemarie Trockel verwendet Strickstoffe für ihre abstrakt-minimalistischen Bilder. Wolle galt in der bildenden Kunst lange Zeit als ein minderwertiges Material, das eigentlich zum Kunsthandwerk gehört und traditionell von Frauen verarbeitet wird.

Bauhaus in Perfektion – mit Josef Albers, Oskar Schlemmer und Andrea Zittel

Spannend auch der Saal mit den Klassiker des Kubismus  wie Pablo Picasso und Georges Braque. 1907 begann die Zerlegung des Bildes in geometrische “Sektionen” und diese kubistische Erweiterung des zweidimensionalen Tafelbildes in die dritte Dimension durch Assemblage und Collage wurde zum Weckruf für eine neue Avantgarde.

die Skulpturen des Aaron Curry und im Hintergrund der Kubismus

Das Studium der Skulpturen von Picasso waren für den amerikanischen Künstler Aaron Curry der entscheidende Impuls, um den Schritt vom Maler zum Bildhauer zu wagen. In seinen bemalten Steckskulpturen aus Sperrholz verbindet Curry kubistische Rasterlinien mit organischen, biomorphen Formen.

Werke von Pablo Picasso, Alexander Archipenko und Hans Arp.

Der deutsch-französische Künstler Hans Arp nahm kubistische Ideen auf, orientierte sich jedoch an den organischen Formen der Natur und fand so zu einem eigenständigen abstrakten Stil. Charakteristisch für seine Skulpturen sind weiche gerundete Formen und geschwungene Linien, die verborgene Wachstums- und Verwandlungsprozesse der Natur zum Ausdruck bringen.

Louise Bourgeois – Couple, 2004 und Ernst Ludwig Kirchner – spielende nackte Menschen 1910

Die Ausstellung in der Pinakothek der Moderne ist bis zum 16. Januar 2022 zu sehen. Es gibt keinen Katalog. www.pinakothek.de